Konzept 2.1 Kinderhaus Katharina von Bora

I. Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Petrikirche Baldham ist froh und stolz, Trägerin des Kinderhauses Katharina von Bora sein zu dürfen. Hier werden Kinder liebevoll betreut, erzogen und begleitet – seit der Generalsanierung im Jahr 2010 sind es tagtäglich 87 kleine Menschen. Wir dürfen sie begleiten, wenn ihnen Geborgenheit, Stärkung ihrer sozialen Kompetenz und ein guter Weg in die Selbständigkeit vermittelt werden.

Das Kinderhaus besteht nunmehr seit über 40 Jahren. Als Dr. Ottfried Zierenberg und ich 2013 die Trägervertreterschaft für dieses Kinderhaus übernommen haben, mussten wir es nicht neu erfinden. Trotzdem hat es immer wieder verschiedene Veränderungen gegeben, die eine Überarbeitung auf der Basis des bestehenden Leitbilds sinnvoll erschienen ließen. Auch diese Konzeption versteht sich nicht als Masterplan und für die Ewigkeit bestimmt. Vielmehr soll sie dazu anregen, in den Diskurs über das Leben in unserem Kinderhaus einzutreten und ihn zu vertiefen.

Ich wünsche Ihnen im Namen all derer, die diese Konzeption verfasst und gestaltet haben, eine anregende Lektüre – und anschließend fruchtbare Diskussionen.

Baldham 2014

Pfarrer Dr. Gereon Sedlmayr

Trägervertreter

II. Leitbild

Siehe, ich will ein Neues schaffen – Gott

Das Kinderhaus Katharina von Bora ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirchengemeinde in Baldham. Pädagogik und Konzept orientieren sich am christlichen Menschenbild, Auftrag und Selbstverständnis.

Das Miteinander von katholischen und evangelischen Kindern mit Kindern anderer Religionen ist Ausdruck einer gewachsenen und gelebten Ökumene.

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben ist nicht Selbstzweck, sondern dient der Emanzipation von Kind und Eltern. So erfahren sie durch die Begegnung mit biblischen Geschichten und Glaubenszeugnissen Stärkung und Ermutigung für ihre eigene Lebenssituation.

Die biblischen Erzählungen helfen Kindern und ihren Eltern, eigene Erfahrungen zu verstehen, Gefühle zu benennen und so einen selbständigen Glauben zu entwickeln.

Hierbei erfahren Kinder und Eltern, wie Gott sie zur individuellen Freiheit und zur Gemeinschaft mit anderen befähigt. Im Feiern von Festen und Gottesdiensten erleben sie, dass Gott mit Liebe auf sie schaut und ihnen zutraut, in dieses Leben hinein zu wachsen.

Jetzt wächst es auf – Kind

In dem Kinderhaus Katharina von Bora werden die Kinder in ihrer individuellen Persönlichkeit wahrgenommen, geachtet und gefördert. So werden die Neugierde und der Wunsch, mehr über sich und die Welt zu erfahren, unterstützt.

In einer verlässlichen Atmosphäre der Geborgenheit entwickeln die Kinder Zutrauen zu sich selbst sowie soziale Kompetenz und werden somit zunehmend selbständiger. Dabei lernen sie, eigene Interessen zu artikulieren, sie zu vertreten und zugleich die Bedürfnisse anderer Kinder als die Grenze ihrer eigenen Freiheit zu achten.

Hierbei ist es uns wichtig, dass die Kinder durch den von den pädagogischen Fachkräften gewährten Rückhalt lernen, Enttäuschungen zu artikulieren und so mit schwierigen Situationen kreativ umzugehen.

Durch die schützende Begleitung der pädagogischen Fachkräfte lernen die Kinder, verschiedene Lösungsmöglichkeiten auszuprobieren und so durch die vielfältigen Erfahrungen in dem Kinderhaus Katharina von Bora ihren individuellen Weg zu finden.

Ziel unseres Handelns ist es, dass die Kinder in einem geschützten Umfeld lernen, die eigene Persönlichkeit zu entfalten, sie im Spiel mit anderen zu leben und so Standfestigkeit und Stehvermögen für den schulischen und zukünftigen Alltag zu entwickeln.

Erkennt Ihr´s denn nicht? – Eltern und Team

Nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern durchlaufen während der Zeit in dem Kinderhaus Katharina von Bora einen Entwicklungsprozess. So verändert sich ihr Selbstverständnis in der Rolle als Eltern, die Kompetenz in ihrem Erziehungsauftrag weitet sich und wird vertieft.  Eltern und pädagogisches Personal arbeiten partnerschaftlich zusammen und ergänzen sich in ihrem jeweiligen Erziehungsauftrag. In den Elterngesprächen können die Eltern mit den pädagogischen Fachkräften die Entwicklung ihres Kindes reflektieren und gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, um den Entwicklungsprozess des Kindes durch die Fachkräfte zu fördern und zu unterstützen.

An Familienfesten und thematischen Elternabenden können die Eltern ihre Erfahrungen und Fragen miteinander austauschen. Durch die neu entstandene Gemeinschaft erleben sie Entlastung und Bestärkung.

Ziel ist es, dass Lernende wie Lehrende voneinander profitieren. So gewinnen die Eltern durch die professionelle Begleitung des Kinderhaus-Personals an Kompetenz und Sicherheit. Gleichzeitig können die Fachkräfte durch die enge Zusammenarbeit mit den Eltern ihrem Bildungsauftrag gerecht werden.

Jährlich findet eine Elternumfrage statt, die uns allen die Möglichkeit bietet, unseren Alltag zu reflektieren und uns an die wesentlichen Schwerpunkte erinnert.

Auch sind im Alltag angemessene Beschwerden und Hinweise willkommen. Es wurde ein Konflikt- und Beschwerdemanagement eingeführt, welches Raum und Platz gibt, Neues entstehen zu lassen und einen wertschätzenden Umgang miteinander zulässt.

IV. Organisation / Unser Team

Rechtsträger

Rechtsträger unseres Kinderhauses Katharina von Bora ist evangelische Zweckverband EKiM. EKiM – Evangelische Kindertagesstätten im Dekanatsbezirk München, Zweckverband, Landwehrstr. 11, 80336 München. Trägervertreter sind: Johanna König-Müller und Franz Krammer.

Zielgruppe

Unser viergruppiges Kinderhaus Katharina von Bora (eine Krippen-Gruppe, zwei Kiga-Gruppen, eine Hort/Vorschulkinder -Gruppe) nimmt Kinder im Alter von 1 – 12 Jahren auf, unabhängig von ihrem Familienstand oder ihrer religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit.

Bedarfssituation im Einzugsgebiet

Die Bedarfssituation im Einzugsgebiet wird jährlich von der politischen Gemeinde neu festgestellt, und die Kinder werden entsprechend auf die verschiedenen Einrichtungen verteilt.

Gesetzliche Grundlagen

Wir arbeiten auf der Basis des „Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes“ (BayKiBiG) und des „Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder in Tageseinrichtungen“ (BEP).

Leitung und Team

Frau Sabrina Reuther ist seit dem 01.07.2015 Leiterin des Kinderhauses Katharina von Bora.

Unser Team besteht aus erfahrenen pädagogischen Fach- und Ergänzungskräften, einer Verwaltungskraft sowie einem Hausmeisterehepaar.

Unsere MitarbeiterInnen nehmen jährlich an verschiedenen Fort- und Weiterbildungen teil.

Jede der vier Gruppen unseres Hauses wird mindestens von einer pädagogischen Fachkraft geleitet und von einer pädagogischen Ergänzungskraft unterstützt.

Zur weiteren Unterstützung und Gewährleistung des gesetzlich geforderten Qualitäts- und Anstellungsschlüssels sind weitere Fach- und Hilfskräfte als Springer tätig sowie ein/e FSJPraktikant/in und ein/e Erzieher/in im Anerkennungsjahr.

Hausmeister

Unser Hausmeisterehepaar sorgt für die Sauberkeit in und um unser Haus und erledigt Garten- und Handwerksarbeiten.

Anmeldung und Aufnahme

Es gibt eine feste Anmeldefrist für alle KiTas der Gemeinde Vaterstetten, die in der Regel im März liegt. Unabhängig davon nimmt die Leiterin der Einrichtung Voranmeldungen und Anmeldungen für das kommende Jahr ganzjährig entgegen. Kinder können nur über das Onlineportal https://www.kitaplaner.de/gemeinde-vaterstetten/elternportal/elternportal.jsf im Kinderhaus angemeldet werden. Kinder von Alleinerziehenden und Berufstätigen sowie Geschwisterkinder werden bevorzugt aufgenommen.

Die Elternbeiträge betragen – abhängig von der gebuchten Anwesenheitszeit – monatlich   (für 12 Monate, Stand Sept. 2016):

Elternbeiträge ab 01.05.2019

KiGa Krippe
  Eltern- Eltern-
Buchungszeit beitrag/ beitrag/
  Monat Monat
1-2 Std    
2-3 Std
<=4 Std 137,00 € 272,00 €
> 4 – 5 Std 152,00 € 312,00 €
> 5 – 6 Std 167,00 € 347,00 €
> 6 – 7 Std 182,00 € 282,00 €
> 7 – 8 Std 197,00 € 417,00 €
> 8 – 9 Std 212,00 € 452,00 €
> 9 Std 227,00 € 487,00 €

*) nach § 26 Abs. 3 AV BayKiBiG

Mittagessen:   5,00 € (pro Mahlzeit)             Verwaltungspauschale:          2,00 € (pro Monat)

Spielgeld:        4,00 € (pro Monat)                Pflegemittel (Krippe):            2,00 € (pro Monat)

Getränke:        2,50€ (pro Monat)

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag 7:30 Uhr – 17 Uhr (Hort: 11 Uhr bis 17 Uhr)

Freitag                              7:30 Uhr – 16 Uhr (Hort: 11 Uhr bis 16 Uhr)

Kernzeit

Krippe und Kindergarten:      Mo bis Fr        8:30 Uhr – 12:30 Uhr

Vorschule:                                 Mo bis Do       8:30 Uhr – 13:00 Uhr      Fr 08:30 Uhr – 12:30 Uhr

Hort:                                          Mo bis Do       Schulende – 16:00 Uhr

Bringzeit:

7:30 Uhr – 8:30 Uhr

Abholzeit:

13:00 Uhr – 13:15 Uhr

ab 14:00 Uhr entsprechend den Buchungszeiten

Hort ab 16:00 Uhr (Mo-Do)

Schließtage und Ferien

Das Kinderhaus Katharina von Bora ist im August drei Wochen, an Pfingsten eine Woche und über die Weihnachtsfeiertage geschlossen (max. 30 Schließtage). Die Ferientermine werden am Anfang des Jahres bekannt gegeben.

Essens- und Getränkeangebot

In unserem Kinderhaus achten wir auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche und altersgerechte Ernährung. Für alle Kinder bieten wir ein warmes Mittagessen an. Im Krippenbereich ist im Essenspreis zusätzlich die Zwischenmahlzeit mit enthalten. Im Kindergartenbereich bringt jedes Kind selbst Brotzeit mit. An Getränke stehen Wasser und ungesüßter Tee immer zur Verfügung. Für Hort- und Kindergartenkindern gibt es am Nachmittag eine Obstmahlzeit. Das Obst beziehen wir für alle von der Ökokiste.

Infektionsschutz, Hygiene und Sicherheit

Das Infektionsschutzgesetz (§ 36 IfSG) fordert einen Hygieneplan und eine Schulung bezüglich Infektionskrankheiten im Abstand von 2 Jahren nach §35 über Infektionsrisiken. Des Weiteren wird für die Mitarbeiter, die Umgang mit Lebensmitteln haben, die Erstbelehrung sowie die jährliche Folgebelehrung nach §43 IfSG gefordert und durchgeführt.

Die Leitung teilt den Eltern alle Infektionskrankheiten, die in der Einrichtung auftreten, über einen Aushang mit. Umgekehrt sind die Eltern verpflichtet, der Leitung ansteckende Krankheiten ihrer Kinder zu melden. Nach einer Infektionskrankheit brauchen die Kinder ein ärztliches Attest, um wieder in unsere Einrichtung kommen zu dürfen (§ 34ff IfSG).

Gemäß Arbeitsschutzgesetz und Biostoffverordnung wird regelmäßig eine Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz durchgeführt.

5. Konzeption

Im Kindergartenjahr 2009/2010 wurde das Gebäude generalsaniert. Seit September 2010 ist das Katharina von Bora Haus, ein Kinderhaus.

Neben den zwei Kindergartengruppen bieten wir Kindern zwischen einem und drei Jahren eine Kinderkrippe an.

Gesellschaftliche Veränderungen, der Wunsch nach Gleichberechtigung, vor allem die Herausforderung der Mütter und Väter, wegen des Kindes den Anschluss an die Berufswelt zu verlieren und dadurch auf Selbständigkeit verzichten zu müssen, machen dieses Angebot so dringend.

In einer Atmosphäre der Geborgenheit sollen die Kleinen erfahren, dass ihnen neben ihren Eltern auch andere Bezugspersonen Gutes tun und ihnen mit Liebe begegnen werden. So werden sie durch die pädagogische Fachkraft und die pädagogische Ergänzungskraft lernen, dass sie Vertrauen und Zutrauen in ihre Umwelt entwickeln dürfen.

Viele Eltern – immer noch vor allem die Mütter – nehmen mit dem Schuleintritt ihrer Kinder ihre Berufstätigkeit wieder auf. Vor allem durch den erhöhten Leistungsdruck in der Grundschule brauchen die Kinder nach der Schule eine besondere Betreuung. So bieten wir den Kindern auch eine Hortgruppe an. Hier bekommen sie eine warme Mahlzeit, können sich mit anderen Kindern austoben und spielen und zu gegebener Zeit in einer konzentrierten Atmosphäre ihre Hausaufgaben erledigen.

In unserem Kinderhaus gibt es einen „Mensabereich“. Er macht deutlich, was ein Kinderhaus für einen pädagogischen Wert hat. Kinder lernen am besten und schnellsten von anderen Kindern. So sitzen die Kindergartenkinder und die Hortkinder „an einem Tisch“. Die Kleinen lernen von den Großen und die Großen lernen, für die Kleinen mit Verantwortung zu übernehmen. Dieses Miteinander ermöglicht, die soziale Kompetenz der Kinder zu fördern. Sie lernen, für ihre Interessen einzustehen und dabei auf Schwächere Rücksicht zu nehmen. Die Kleinen sind gefordert, gegenüber Größeren zu artikulieren, was ihnen wichtig ist; gleichzeitig können die Größeren die Aufmerksamkeit entwickeln, was die Kleinen bewegt und was sie brauchen.

Das Kinderhaus ist ein Mikrokosmos unserer Gesellschaft – ein Abbild unserer Lebenswirklichkeit, auf die unsere Kinder vorbereitet werden sollen.

a. Gebäude und Garten

Das Kinderhaus Katharina von Bora liegt zentral an der Grenze von Vaterstetten und Baldham. Es verfügt über einen großen Garten. Direkt gegenüber befinden sich die Grund- und Mittelschule, das örtliche Gymnasium sowie die Gemeindebücherei.

Für den Betrieb des Kinderhauses sind die in der unmittelbaren Umgebung befindlichen Spielplätze besonders attraktiv. Neben zwei kleineren Spielplätzen ist der nahe gelegene große Abenteuerspielplatz sehr beliebt. Für die Kinder werden immer wieder kleine Ausflüge zu den Spielplätzen angeboten.

Die räumliche Nähe zu Feld und Wald bietet die Möglichkeit, den Kindern die Natur spielerisch näher zu bringen.

Bibelgarten

Was für eine Chance! Von Anbeginn der Sanierung war das ehemals betonierte Atrium des Kinderhauses als verkleinerter aber zentraler Platz und grüne Ruhezone geplant. Als ein Ort, an dem Kinder und Erwachsene durchatmen und im Trubel des Tages zu sich finden können. Dann zeigte sich, dass das Klima in diesem von dem Glasdach überspannten Areal so günstig ist, dass hier auch empfindlichere Pflanzen überwintern können. So entstand die Idee, diesem grünen Herzen einen tieferen Sinn zu geben und nicht irgendeinen Garten, sondern einen Bibelgarten zu erschaffen.

Er ist nicht sehr groß und dennoch bietet er Raum für ein paar der unzähligen Pflanzen, von denen die Bibel erzählt – Olive und Weinstock, Granatapfel und Mohn, Papyrus und Schilf, Apfel und Feige. Ein kleiner Brunnen sprudelt und es gibt verschiedene Zonen – mit mediterraner Vegetation, mit Wasserpflanzen, mit Disteln und mit Dornen. Auch hat der Garten eine kleine Wüste aus farbigem Marmorkies.

Vielleicht werden die Kinder hier von Joseph hören, wie er in der Wüste ausgesetzt wurde und dann in das fruchtbare Ägypten kam. Oder von Moses, der im Binsenkörbchen lag und später vierzig Jahre durch die Wüste zog. Und vielleicht werden sie auch den Bezug zu ihrer Gruppe und deren Namen finden – zum Wasser und zur Luft, zur Erde und zum Feuer.

Und was sagt das Leitwort des Kinderhauses dazu? – „Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf…“ (Jer. 43.10).

b. Räume und Bereiche

Gruppenraum Krippe

Für die Krippenkinder ist der Gruppenraum ein wichtiger Ort des täglichen Lebens, ihres Lachens und Lernens, in dem sie eine große Zeit des Tages verbringen.

Da Kinder ihre Umwelt über ihren Körper und ihre Sinne wahrnehmen, brauchen sie eine sinnlich anregende Umgebung. Der Gruppenraum ist so gestaltet, dass die Kinder motiviert werden, ihre Umwelt zu erforschen und sich in ihren Entwicklungsbereichen weiterzubilden.

Schlaf- und Ruheraum

Nach vielfältigen Eindrücken und aktiver Bewegung benötigen Kleinstkinder auch Zeiten der Entspannung, in denen sie zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen können. Dafür brauchen sie ihre persönlichen Gegenstände (z.B. Kuscheltier, Schnuller). Zusätzlich zum Gruppenraum steht uns hierfür ein gemütlicher Schlaf- und Ruheraum zur Verfügung.

Sanitärraum

In unserem Bad sind zwei Krippentoiletten, ein großer Wickelbereich mit eingelassener Badewanne sowie ein großzügiges Waschbecken zum Experimentieren mit Wasser.

Garten

Der Garten bietet den Kindern die Möglichkeit, ihrem Bewegungsdrang bei jeder Wetterlage nachzukommen. Die Grünanlage ist so gestaltet, dass die Krippenkinder diese ganz nutzen können und ihnen trotzdem ein eigener Bereich zum Spielen und Zurückziehen bleibt.

Gruppenräume Kindergarten

Jeder Gruppenraum hat die gleiche Grundausstattung an pädagogischen Materialien. Material und Spiele sind für die Kinder immer frei zugänglich.

Gruppenraum Hort/Vorschulgruppe

Der Gruppenraum ist multifunktional ausgestattet. Es gibt eine Sitz-, Kreativ -und Experimentierecke. Auch hier sind alle Spiele und Materialien für die Kinder immer frei zugänglich.

Atelier

Im Atelier können die Kinder ihren künstlerischen Phantasien freien Lauf lassen. Hier können sie ihren Sinn für Gestaltung, Ästhetik und Proportionen entwickeln. Unter Anleitung schneiden, malen, kneten, kleben, formen sie und schmücken ihre Arbeiten mit verschiedenen Materialien.

Lesezimmer (Medienraum)

Das Lesezimmer ist ausgestattet mit Büchern unterschiedlicher Themen sowie einer Kuschelecke, die die Kinder zum Lesen einlädt. Dieser Raum bietet somit den Kindern die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Medium Buch auseinander zu setzen. Individuelle Interessen und Vorlieben der Kinder werden dabei in besonderem Maß berücksichtigt. Er bietet außerdem die Möglichkeit, für meditative Angebote (z.B. Mandalas legen bei meditativer Musik).

Werkraum

Der Werkraum ist direkt an den Gruppenraum „Funken“ angeschlossen. In diesem können 46 Kinder aus dem Kindergarten- und Hortbereich unter Anleitung oder auch selbständig arbeiten. Ausgestattet ist der Werkraum mit drei Werkbänken, abschließbarem Materialschrank und einer Lochwandplatte, an dem die verschiedenen Werkzeuge, die für die Kinder frei zur Verfügung stehen, aufgehängt sind.

Bewegungsraum

Im Bewegungsraum findet die motorische Förderung statt. Das pädagogische Personal unterstützt die Kinder in ihren Ideen und setzt Impulse. Es leitet die Kinder bei den Bewegungsspielen an und klärt die Regeln mit den Kindern. Die Kinder klettern, springen, balancieren, tanzen, laufen und gewinnen damit Selbstvertrauen in ihre körperlichen Kräfte und Fähigkeiten. Die Hortkinder dürfen die Halle auch ohne direkte Aufsicht benutzen.

Der Bewegungsraum wird auch aus als Versammlungsort für interne Anlässe wie Einstieg in die Faschingsfeier, Kinderkonferenz vom gesamten Haus oder für die Geburtstagsfeier mit den Kindern von MitarbeiterInnen genutzt.

Hausaufgabenraum

Für die Hausaufgaben steht uns ein separater Intensivraum zur Verfügung, in dem bis zu 14 Kinder gleichzeitig ihre Aufgaben machen können. Der Raum kann auch für andere Aktivitäten vielseitig genutzt werden, zum Beispiel für die Vorschularbeit.

Mensa

Die Mensa ist der lichtdurchflutete Raum zwischen Gruppenräumen und Bibelgarten. Sie steht für Brotzeit, Mittagessen und Obstmahlzeit am Nachmittag zur Verfügung. Die Mensa ist funktional mit der hochmodern eingerichteten Küche verbunden, um den Kindern täglich ein warmes Mittagessen anbieten zu können. 

c. Tagesablauf

Allgemein

Jedes Kind gehört einer festen Stammgruppe an. Das bedeutet, dass jedes Kind eine pädagogische Fachkraft und mindestens eine pädagogische Ergänzungskraft als feste Bezugspersonen hat. Die Eltern können sich mit ihren Belangen an diese wenden.

Im Frühdienst von 7:30 Uhr bis 8:00 Uhr werden die Krippen- und Kindergartenkinder vom pädagogischen Personal in einem Kindergartengruppenraum in Empfang genommen.

Im Spätdienst von 16:00 Uhr bis 17:00 Uhr begegnen sich Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder, um den ausklingenden Nachmittag gemeinsam zu verbringen.

Krippe

Die Bringzeit für Krippenkinder ist in ihrer Gruppe von 8:00 Uhr bis 8:30 Uhr.

Die Kinder wechseln in ihren Gruppenraum. In dieser Stunde können sich die Kinder und das pädagogische Personal emotional auf den Tag in dem Kinderhaus einstellen, nach ihren Freunden Ausschau halten, sich gegenseitig begrüßen und wichtige Neuigkeiten oder Informationen austauschen.

Obstfrühstück und Morgenkreis

Wir beginnen den Morgenkreis mit einem „Guten-Morgen-Lied“. Im Anschluss daran wird jedes Kind persönlich mit seinem vollständigen Namen begrüßt und wir stellen fest, wer fehlt. Unser Morgenkreis ist thematisch aufgebaut. Hierzu kann etwas besprochen, gesungen oder gespielt werden. Als Übergang zum Frühstück singen wir ein Abschlusslied.

Jeden Morgen wird unseren Kindern frisches, saisonales Obst aus der Region angeboten. Dazu gibt es Wasser und ungesüßten Tee. Jedes Kind holt sich einen Becher und eine Schüssel, setzt sich an Tisch und wählt das Getränk und das Obst selbst. Am Ende räumt jedes Kind eigenständig sein Geschirr ab.

Freispiel mit Angeboten

In der Freispielzeit haben die Kinder die Möglichkeit, frei zu wählen, was, wo und mit wem sie spielen wollen. Die Angebote variieren nach Themen, Bedürfnissen und dem Wetter. Einmal in der Woche nutzen die Krippenkinder den Bewegungsraum. Dabei soll im gesamten Alltag ein Bild entstehen, bei dem alle Entwicklungsbereiche des Kindes angesprochen werden und es seine Fähigkeiten weiter ausbauen kann. Aus der Vertrautheit ihrer Gruppe heraus können sie auch die einzelnen Bildungsräume des Kindergartenbereichs erkunden und dort den Tag verbringen.

Mittagskreis

Diese Zeit wird zum gemeinsamen Singen und Gespräch beispielsweise durch Lieder, Bewegungs- und Fingerspiele genutzt.

Mittagessen (11:00 Uhr)

Alle Krippenkinder nehmen ein warmes Mittagessen ein. Davor wird gemeinsam ein Gebet gesprochen. Die Essenssituation ist als ein gemeinschaftliches und kommunikatives Erlebnis gestaltet und fördert die Selbständigkeit der Kinder. Dazu wird ein geeigneter Rahmen geschaffen, sodass die Kinder lernen, ihr Essen selbst aufzufüllen, mit Geschirr und Besteck umzugehen. Nach dem Mittagessen gehen die Kinder zum Zähneputzen.

Schlafenszeit

Eine gemeinsame Schlafenszeit nach dem Mittagessen gibt allen Kindern die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu tanken. Wir richten uns hier nach dem Bedarf der Kinder.

Abholzeit

Das Abholen aus der Krippe ist zwischen 13.00 und 13.15 Uhr und ab 13:45 Uhr möglich.

Zwischenmahlzeit (14:00 Uhr)

Wir bereiten für die Kinder eine Brotzeit zu und essen diese gemeinsam in gemütlicher Atmosphäre.

Freispielzeit

Wie am Vormittag können die Kinder im Gruppenraum oder im Garten spielen.

Kindergarten

Die Bringzeit für alle Kindergartenkinder ist in ihrer Gruppe von 8:00 Uhr bis 8.30 Uhr. Die Kinder wechseln in ihre jeweilige Stammgruppe. In dieser Stunde können sich die Kinder und das pädagogische Personal emotional auf den Tag in dem Kinderhaus einstellen, nach ihren Freunden Ausschau halten, sich gegenseitig begrüßen und wichtige Neuigkeiten oder Informationen austauschen.

Morgenkreis

Mit dem Morgenkreis beginnt die Kernzeit in unserem Kinderhaus. Dazu ist es notwendig, dass die Kinder pünktlich um 8.30 Uhr in ihren Gruppen sind. Er ist ein wichtiger Bestandteil unseres pädagogischen Konzepts.

Die Kinder werden begrüßt, in die Gemeinschaft aufgenommen und als Individuum wahrgenommen. Sie haben Gelegenheit zu erzählen, wie es ihnen geht und was sie beschäftigt. Im Morgenkreis geben wir den Kindern die Möglichkeit, den Tagesablauf (die Kernzeit) gemeinsam zu strukturieren und inhaltlich zu gestalten.

Dabei lernen die Kinder, ihre eigenen Interessen zu formulieren, verbindliche Entscheidungen zu treffen, sich zu organisieren und Eigenverantwortung zu übernehmen.

Gleitende Brotzeit

Durch die gleitende Vormittagsbrotzeit haben die Kinder die Chance zu lernen, auf ihren eigenen Körper zu hören. In der Zeit von 9:15 Uhr bis 10:45 Uhr kann das Kind in der Mensa essen. Es entscheidet selbst, wann, mit wem und wie lange es isst. Es deckt selbst seinen Essensplatz ein und wieder ab und bedient sich an den bereitstehenden Getränken. Wer das Essen einmal vergisst, wird von uns daran erinnert und dazu eingeladen, sich zusammen mit anderen Kindern eine Essenpause zu gönnen.

Offene Zeit

Aus der Vertrautheit ihrer Stammgruppen heraus erobern die Kinder in dieser Zeit „das ganze Haus“, d. h. die Türen öffnen sich und die Kinder verteilen sich entsprechend ihrer Bedürfnisse auf die einzelnen Bildungsräume.

Gartenzeit

Der große Garten des Kinderhauses Katharina von Bora wurde 2007/2008 von den damaligen Eltern der Kinder neu gestaltet. In der Regel bewegen sich die Kinder täglich eine Stunde an der frischen Luft.

Ende der Kernzeit

Die Kernzeit für den Kindergarten endet um 12:30 Uhr. Die Kinder, die nur für die Kernzeit angemeldet sind, werden vor dem Mittagessen um 12:30 Uhr abgeholt.

Mittagessen und anschließende Zahnpflege

In der Zeit von 12:15 Uhr bis 13:00 Uhr essen die Kindergartenkinder gemeinsam. Auch hier ist die Essenssituation als ein gemeinschaftliches und kommunikatives Erlebnis gestaltet und fördert nachhaltig die Selbständigkeit der Kinder. Dazu wird ein geeigneter Rahmen geschaffen, so dass die Kinder lernen, ihr Essen selbst aufzufüllen, mit Geschirr und Besteck umzugehen und Getränke selbst einzugießen.

Nach dem Essen putzen die Kinder ihre Zähne. Hierbei werden sie von einem Erwachsenen beaufsichtigt.

Ruhezeit (13:15 Uhr – 14:45 Uhr)

Die kleinen Kinder ruhen sich im Lesezimmer aus. Die größeren Kinder suchen sich eine ruhige Beschäftigung in den anderen Räumen. Oft wird ihnen auch vorgelesen, oder sie haben die Möglichkeit, Musik anzuhören.

Offene Zeit (montags – donnerstags ab 13:00 Uhr – 17:00 Uhr, freitags bis 16 Uhr)

Die Kinder verteilen sich entsprechend ihren Bedürfnissen auf die einzelnen Bildungsräume. Es werden Neigungsangebote angeboten. Die Betreuung findet gruppenübergreifend statt. Entsprechend der Buchungszeiten werden die Kinder abgeholt.

Tagesablauf freitags Gruppenübergreifend (Funken, Himmel und Stein)

Den Freitag beginnen wir um 9:00 Uhr gruppenübergreifend mit einer Kinderkonferenz. Hier werden Alltagsprobleme und -situationen aufgegriffen, angesprochen und gemeinsam bearbeitet. Weitere Schwerpunkte der Kinderkonferenz sind Regeln und Umgangsformen anzusprechen und diese gemeinsam mit den Kindern auszuarbeiten. Uns ist es wichtig, dass die Kinder ihre Meinung, Gefühle, Wünsche und Sorgen in der Großgruppe verbalisieren. Ein weiterer Bestandteil der Kinderkonferenz ist es, Schwerpunkte der vergangenen Woche zu reflektieren und Erfahrungen auszutauschen. Die Kinderkonferenz zeichnet sich durch immer wiederkehrende Strukturen und Rituale aus, die den Kindern eine Vertrauensbasis und Sicherheit bieten.

Um ca. 9:30 Uhr wird die Konferenz beendet. Es folgt ein gemeinsamer Ausflug in die Umgebung des Kinderhauses Katharina von Bora (Spielplätze, Wasserpark, Wald, etc.). Bei gutem Wetter machen wir die Brotzeit unterwegs und verbinden diese mit dem Ausflug. Bei schlechter Witterung essen wir noch im Kinderhaus und unternehmen nur einen kurzen Spaziergang.

Wir sind vom Ausflug um 12:00 Uhr zurück im Kinderhaus Katharina von Bora.

Vorschul- und Hortarbeit

Vorschulkinder

Die Bringzeit ist von 8:00 Uhr bis 8:30 Uhr in ihrer Gruppe.

Die Vorschulkinder wechseln in die Funkengruppe. In dieser Stunde können sich die Kinder und das pädagogische Personal emotional auf den Tag in dem Kinderhaus einstellen, nach ihren Freunden Ausschau halten, sich gegenseitig begrüßen und wichtige Neuigkeiten oder Informationen austauschen.

Morgenkreis

Mit dem Morgenkreis beginnt die Kernzeit. Er ist ein wichtiger Bestandteil unseres pädagogischen Vorschulkonzepts. Hier werden die Kinder begrüßt, damit in die Gemeinschaft aufgenommen und als Individuum wahrgenommen. Sie haben Gelegenheit zu erzählen, wie es ihnen geht und was sie beschäftigt. Mit einigen intensiven Methoden wie Kreisspiele, werden die Fähigkeiten der Kinder in der Gruppe angeregt und die Konzentration durch das Zuhören gefördert.

Wir geben den Vorschulkindern die Gelegenheit, in einem Lernprozess den Tagesablauf (die Kernzeit) gemeinsam zu strukturieren und inhaltlich zu gestalten. Dabei lernen die Kinder, ihre eigenen Interessen zu formulieren, verbindliche Entscheidungen zu treffen, sich zu organisieren und Eigenverantwortung zu übernehmen.

Gleitende Brotzeit

Durch die gleitende Vormittagsbrotzeit haben die Kinder die Chance zu lernen, auf ihren Körper zu hören. In der Zeit von 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr kann das Kind in der Mensa essen. Es entscheidet selbst, wann, mit wem und wie lange es isst. Es deckt selbst seinen Essensplatz ein und wieder ab und bedient sich an den bereitstehenden Getränken. Wer das Essen einmal vergisst, wird von uns daran erinnert und dazu eingeladen, sich zusammen mit den anderen Kindern eine Essenpause zu gönnen.

Offene Zeit und Vorschularbeit (9:45 Uhr – 12:00 Uhr)

Die Kinder erobern in dieser Zeit „das ganze Haus“, d. h. die Türen öffnen sich, und die Kinder verteilen sich entsprechend ihren Bedürfnissen auf die einzelnen Bildungsräume. Gleichzeitig findet an einzelnen Tagen gezielte Vorschularbeit (s.auch Seite 45) statt. Das Kind kann in dieser Zeit auch selbständig die gerade anstehenden Themen aufgreifen und daran weiter arbeiten.

Gartenzeit (12:00 Uhr – 13:00 Uhr)

Der große Garten des Kinderhauses Katharina von Bora wurde 2007/2008 von den damaligen Eltern der Kinder neu gestaltet. In der Regel bewegen sich die Kinder täglich eine Stunde an der frischen Luft.

Freies Spielen – Hortkinder (11:15 Uhr – 13:15 Uhr)

Abhängig vom Stundenplan kommen die Kinder nach dem Ende des Unterrichts direkt in den Hort. Dort werden sie in Empfang genommen. Bis zum Mittagessen haben die Kinder gemeinsam mit den Vorschulkindern die Möglichkeit, die Räume zur freien Beschäftigung zu nutzen. Im Einzelfall können die Hortkinder auch selbständig in dieser Zeit mit ihren Hausaufgaben beginnen oder im Garten toben.

Mittagessen (13:15 Uhr – 14:00 Uhr)

Vor dem gemeinsamen Mittagessen werden die Hände gewaschen. Anschließend wird das Mittagessen in der Mensa, gemeinsam mit beiden Teilen der Gruppe, eingenommen.

Hausaufgabenzeit (14:00 Uhr – 15:30 Uhr)

In dieser Zeit steht eine pädagogische Ergänzungskraft zur Verfügung, die die Kinder bei ihren Hausaufgaben betreut und gegebenenfalls kleinere Hilfestellungen gibt (s. auch Seite 46). Während ein Teil der Gruppe Hausaufgaben erledigt, gestaltet der andere Teil seine Zeit nach persönlichen Interessen und Vorlieben.

offene Zeit (14:00 Uhr – 16:00 Uhr)

Die Kinder können je nach ihren Bedürfnissen zwischen den Gruppen und dem Nachmittagsangebot frei entscheiden.

Tagesablauf freitags (14:00 Uhr -16:00 Uhr)

Freitags wird keine Hausaufgabenzeit angeboten. Nach dem Mittagessen findet sich Zeit für Kinderkonferenzen und gemeinsame Angebote mit den Hort- und Vorschulkindern.

6. Pädagogischer Ansatz

Teiloffene Arbeit

Unser Grundsatz ist, dass die Kinder sich bei uns angenommen und wohl fühlen. Wir wollen sie in ihrer individuellen Persönlichkeit wahrnehmen, achten und fördern.

Dem Konzept der teiloffenen Arbeit liegt ein Partizipationsverständnis zugrunde, das alle Kinder wie Erwachsene zu aktiven Gestaltern und Akteuren ihrer Umwelt macht. Dies baut auf der Überzeugung auf, dass Erwachsene auf die Entwicklungspotenziale von Kindern vertrauen können und Kinder die Gelegenheit haben, Sicherheit von Erwachsenen zu spüren und zu erleben.

Erwachsene finden sich in der Rolle als Begleiter, Lernpartner, Zuhörer, Unterstützer, Berater und Gesprächspartner wieder.

In der teiloffenen Arbeit wird das Kind von seinem Wesen her als grundsätzlich aktiv und interessiert angesehen. Nach unserem Verständnis soll die Beziehung zu den Fachkräften auf einer vertrauensvollen Basis erfolgen. Diese ist wertschätzend, respektvoll und empathisch. Die Fachkräfte treten den Kindern offen gegenüber und dienen als Vorbild.

Altersmischung

Für ihre Identitätsentwicklung brauchen Kinder sowohl Kontakte und Beziehungen zu gleichaltrigen, als auch zu Kindern unterschiedlichen Alters. Dies wird durch unser Konzept der offenen Gruppen gefördert.

Langfristig bedeutet das für das Kind einen sanfteren Übergang von der Krippe in den Kindergarten und vom Kindergarten in den Hort; der Kontinuität, Sicherheit und wichtigen Halt bietet.

In der offenen Zeit können sich die Kinder aus allen vier altersgemischten Stammgruppen (Krippe 1-3 Jahre, Kindergarten 3-5 Jahre, Hort und Vorschule 5- 11 Jahre) im Zentrum unseres Hauses und im Garten begegnen.

Außerhalb der Zeit der Gruppenangebote kann sich jedes Kind auf Anfrage für eine andere Gruppe anmelden. Somit erfahren die Kinder bei uns eine erweiterte Altersmischung von in der Regel dem 1. Lebensjahr bis zum Ende der 4. Klasse.

Rechte der Kinder

Kinder haben universelle Rechte, die in der UN-Kinderrechtskonvention verankert sind.

Wir Kinder
haben ein
Recht
darauf, …
so viel wie
möglich zu
lernen
in Frieden zu
leben
gesund und
ausreichend
zu essen
zu denken
und zu
glauben, was
wir wollen
keine Angst
vor
Erwachsenen
zu haben
mitbestim
men zu dürfen
von unseren
Eltern
geschützt zu
werden
unsere
Meinung zu
sagen
gut leben zu
dürfen
besondere
Unterstütz
ung zu
bekommen
uns zu
versammeln,
wie wir das
möchten
unsere
RECHTE zu
kennen
respektvoll
behandelt zu
werden
unsere
Geheimnisse
zu haben

Rolle und Selbstverständnis des pädagogischen Personals

Die pädagogische Fachkraft ist verantwortlich für ihre Gruppe und für den in diesem Rahmen vorgegebenen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag.

Die pädagogische Ergänzungskraft unterstützt sie dabei in allen Belangen.

Dabei ist es uns wichtig:

  • Kindern zuzuhören,
  • Kindern Fragen zu stellen,
  • Kinder in ihrem Verhalten zu unterstützen (Verstärkung),
  • Kindern feinfühlig, achtsam und mit Respekt gegenüber zu treten, – Kindern altersentsprechende Hilfestellung zu geben und – Problemlösendes Verhalten der Kinder zu unterstützen.

Bedeutung von Spielen und Lernen

Das Spiel ist eine zentrale Lebensäußerung des Kindes und ein wesentlicher Bestandteil des Sozialisierungsprozesses. Im Spiel gelangen Fähigkeiten zur Entfaltung, die sich in anderen Lebenssituationen nicht entwickeln können.

Das Spiel soll neben motorischen Fähigkeiten des Kindes die Beziehungen der Altersgruppen untereinander, die Eigeninitiative, Kreativität und Phantasie sowie soziales und demokratisches Verhalten fördern.

Das Spiel ist die dem Kind entsprechende Tätigkeit. Es steht im Mittelpunkt des Bildungs- und

Erziehungsgeschehens im Kinderhaus. Im Spiel sollen die Kinder beste Bedingungen für ihre Persönlichkeitsentfaltung finden. Dazu gehört der Raum der Freiheit, der Eigenständigkeit und des Glücks, den das Kind zum Aufbau seiner Lebenssicherheit und zur Verarbeitung seiner Umwelterfahrungen benötigt. Ebenso die Möglichkeit, Hilfestellung nach Bedarf annehmen zu können. Das Spiel variiert nach Alter, Entwicklungsstand, Interessen und Bedürfnissen des Kindes.

Die pädagogischen Funktionen des Spiels fördern vor allem:

  • planendes und logisches Denken,
  • die Wahrnehmungs-, Konzentrations- und Kritikfähigkeit,
  • die Neugierde, den Entdeckungsdrang und die Experimentierfreudigkeit,
  • die Auseinandersetzung mit Sachen und Menschen,
  • die Lernbereitschaft und Lernfähigkeit,
  • das Erkennen von Gesetzmäßigkeiten,
  • die Persönlichkeitsbildung und -entwicklung und
  • das Erlernen von Flexibilität und kreativem Handeln

So brauchen z. B. gerade Hortkinder die körperliche Aktivität und Selbsterfahrung als Ausgleich zum schulischen Lernen. Die in der Schule erworbenen Fähigkeiten nutzen wir aber im praktischen Alltag, wie auch im Rahmen eines Projektes oder der Kinderkonferenz. Dabei wird das theoretisch Gelernte spielerisch in die Tat umgesetzt.

Beteiligung von Kindern und Eltern

Beteiligung bedeutet „Partizipation“ im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung.

Das bedeutet, dass wir Planungen und Entscheidungen von Angelegenheiten, die die Kinder, die Eltern sowie die Gemeinschaft unserer Einrichtung betreffen, miteinander teilen und gemeinsam Lösungen finden.

Durch die Beteiligung von Kindern an Entscheidungsprozessen (etwa durch Kinderkonferenzen), die ihr Leben in der Einrichtung betreffen, sollen soziale Kompetenzen – wie die Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe und zur Übernahme von Verantwortung – entwickelt und gestärkt werden.

Pädagogische Fachkräfte und Eltern begegnen sich als gleichberechtigte Partner in gemeinsamer Verantwortung für das Kind. Ziel ist eine „Erziehungspartnerschaft“, die zu einer „Bildungspartnerschaft“ ausgebaut werden soll.

Voraussetzungen dafür sind Information und Kommunikation. Im Einzelnen dienen dazu Elternbefragungen, Elterngespräche, Elternabende, Feste und andere Veranstaltungen sowie die Zusammenarbeit von Elternbeirat, Fachpersonal und Träger.

Die Eltern sollen in allen Belangen, die ihre Kinder und das Kinderhaus betreffen, beteiligt werden, mitbestimmen, mitarbeiten und Verantwortung übernehmen. Nach unserem Verständnis und unserer Beschwerdekultur äußern Eltern ihre Unzufriedenheit in Situationen, die aus der Differenz zwischen der erwarteten und der von der Tageseinrichtung für Kinder erbrachten Leistung resultiert.

Unsere Aufgabe im Umgang mit Beschwerden ist es, die Belange ernst zu nehmen, den Beschwerden nachzugehen und diese möglichst abzustellen. Des Weiteren werden die Beschwerdeursachen zur Weiterentwicklung genutzt, um damit negative Auswirkungen auf die Tageseinrichtung vorzubeugen.

Beide Seiten wünschen sich einen angemessenen und offenen Umgang mit Beschwerden. Die Mitarbeiter sind im Umgang mit Beschwerden geschult. Das Team kennt die negativen Auswirkungen des unprofessionellen Umgangs mit Beschwerden. Die Mitarbeiter haben ihre eigene Haltung dazu reflektiert. Das Team hat seine Haltung zu Beschwerden untereinander geklärt. Die Mitarbeiter sind sensibel für die Sichtweise der Eltern.

Ein standardisiertes Verfahren zum Umgang mit Beschwerden ist eingeführt.

Folgende Punkte sind uns primär wichtig, um gut zusammenarbeiten zu können:

  • Beschwerden sind als konstruktive Kritik erwünscht.
  • Die aufgrund von Beschwerden ergriffenen Maßnahmen dienen der Weiterentwicklung der Qualität unseres Kinderhauses und dem Gelingen der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern und anderen Kooperationspartner/-innen.
  • Eltern und andere Kooperationspartner/-innen sind mit der „Beschwerdekultur“ der Einrichtung vertraut

Gestaltung von Übergängen

Kinder und Eltern brauchen Unterstützung zur Bewältigung von Übergängen (Familie -> Kinderhaus -> Grundschule/Hort). Das bedeutet, dass Kinder und Eltern über den betreffenden Übergang umfassend informiert und durch gemeinsame Gestaltung in diesem Prozess begleitet werden. Erfolgreiche Bewältigung stärkt das Kind und bereichert seine Identität. Es eignet sich hierbei Kompetenzen an, die es im Umgang mit Veränderungen in seinem Leben braucht, nämlich sich auf neue Situationen einzulassen, sich mit diesen auseinanderzusetzen und Erfahrungen zu machen. Es erfährt, dass Übergänge eine Herausforderung sind und keine Belastung. Es erlangt Selbstvertrauen, Flexibilität und Gelassenheit mit Blick auf weitere Übergänge.

Übergang Elternhaus-Kinderhaus:

Zum Übergang von der Familie in das Kinderhaus ist es uns wichtig, für jedes Kind eine individuelle Eingewöhnung zu gestalten (s. auch Seite 45). Erste Schritte auf diesem Weg sind „Der Tag der offenen Tür“ sowie das „Erstgespräch“.

in die Krippe:

Um hier den Übergang zu erleichtern, findet nach den Pfingstferien ein Elternabend zum Thema „Eingewöhnung“ statt.

in den Kindergarten:

In den Kindergartengruppen findet ein Kennenlernen statt, um einerseits das pädagogische Personal, die Abläufe und die Gruppe kennen zu lernen, anderseits wird Organisatorisches geklärt sowie Termine für „Schnuppertage“ vereinbart.

in den Hort und in die Vorschule:

Hier werden Besuchstage vereinbart, um Gruppe, pädagogisches Personal und Abläufe kennen zu lernen sowie eine Informationsveranstaltung am Abend für die Eltern.

Übergänge innerhalb des Kinderhauses:

Eine Stärke des „Kinderhauses“ ist, die Kinder über einen langen Zeitraum kontinuierlich unterstützen und begleiten zu können. Durch diese Besonderheit, alle drei Bereiche in einem Haus zu haben, ist es möglich, die Übergänge fließend zu gestalten.

Eine behutsame Heranführung der Krippenkinder an den Kindergarten gestalten wir zum Beispiel durch Schnupperstunden im Kindergarten. Planung und Durchführung gemeinsamer Feste sowie durch die täglichen Begegnungen in den Räumlichkeiten und auf dem Außengelände. Dies gilt natürlich auch für den Übergang vom Kindergarten zum Hort.

Übergang Kinderhaus -> Schule:

Während der gesamten Zeit im Kinderhaus werden die Kinder durch vielfältige Bildungsangebote zum Lernen angeregt. Mit besonderen Angeboten oder Projekten werden die Basiskompetenzen der zukünftigen Schulkinder weiter gefördert und gestärkt. Eine enge Kooperation mit den Grundschulen soll sowohl Eltern als auch den Kindern den Übergang vom Kinderhaus zur Grundschule bewusster und leichter machen. So besuchen die Erstklässler ihren ehemaligen Kindergarten, um über die Schule zu berichten und die zukünftigen Schulkinder werden zu einer „Schnupperstunde“ in die Schule eingeladen. Die Väter basteln die Schultüte für ihr Kind. Das Ende der Kindergartenzeit feiern die Kinder mit Ausflug, Kindergartenübernachtung und Abschiedsgottesdienst mit den Eltern. All das macht es dem Kind leichter, positiv in den neuen Lebensabschnitt zu gehen.

Projektarbeit

Im Hort und in der Vorschule bieten wir verstärkt die Entwicklung von Projekten an. Sie sind langfristig angelegt und an einem gemeinsamen Ergebnis orientiert und können mehrere Wochen laufen. Die Ideen für ein Projekt werden mit den Kindern erarbeitet oder es werden Impulse der Kinder aufgegriffen, um daraus ein gemeinsames Projekt zu entwickeln.

Gruppendynamische und partizipatorische (soziale) Aspekte stehen im Vordergrund.

Im Rahmen eines Projekts können die Kinder ihre individuelle Interessen und Ideen einbringen, vorhandene Begabungen zeigen und entfalten, verbindliche Beiträge leisten und/oder in eine Rolle finden, wofür sie jeweils persönlich verantwortlich sind.

Über die Methode der Projektarbeit, mit dem erklärtem Ziel und Ergebnis einer ganzen Gruppe, erfahren die Kinder gleichzeitig auch eine größere Aufmerksamkeit und Anerkennung als Individuum und als Persönlichkeit mit eigenen Interessen und Stärken, die es hervorzuheben gilt.

Im Kindergarten und in der Krippe wird zusammen mit den Kindern ein Jahresthema gestaltet und dort im pädagogischen Alltag Projektarbeit am Kind angeboten.

Neigungsgruppen am Nachmittag

Eine weitere pädagogische Methode sind die Neigungsgruppen am Nachmittag. Sie werden für Kindergartenkinder angeboten, um die Förderung bzw. den Erwerb einzelner Fähigkeiten und Sachkenntnisse zu vertiefen.

Dementsprechend werden die Neigungsgruppen von den betreuenden Personen angeboten und auch angeleitet.

An diesen spezifisch vorgegebenen Angeboten kann das Kind am Nachmittag nach eigenem Bedarf teilnehmen. Da wir den Kindern auf einer respektvollen Ebene begegnen, ist es uns wichtig, dass die Kinder auch die Chance haben, das Angebot in seiner Vollständigkeit erleben zu dürfen.

Beteiligung der Kinder – Partizipation

Kinder sollen im Kinderhaus die Bedingungen des friedlichen, gerechten, geregelten und verantwortungsvollen Zusammenlebens in der Gemeinschaft lernen und erleben. Sie sollen demokratische Einstellungen und Handlungskompetenzen erfahren und einüben.

Sie sollen sich frei und selbstbestimmt bewegen (Teilöffnung bietet ein sehr hohes Maß an Selbst- und Mitbestimmung); Teilnahme am Morgenkreis; Verantwortungen übertragen, mitgestalten und mit entscheiden bei Projekten; Einrichtung als Demokratie; gemeinsam Regeln und Grenzen setzen.

Die Kinderkonferenz bietet zudem die Möglichkeit einer institutionalisierten Kinderbeteiligung. Die Planungsverantwortung für die Einführung der Konferenz und deren Moderation liegt bei dem pädagogischen Personal. Ansonsten überlassen sie die Initiative den Kindern. So lernen die Kinder, Abläufe und Strukturen weiterzuentwickeln. Im Hort, in der Vorschule und im Kindergarten findet sie regelmäßig einmal wöchentlich und nach Bedarf statt. Aufgrund der unterschiedlichen Anwesenheitszeiten der Kinder in der Funkengruppe gehören die gemeinsame Wochenplanung und die allgemeine Regelungen des Alltags zu den Schwerpunkten der Kinderkonferenz. Das heißt, wir planen unsere Aktivitäten für die freie Zeit am Nachmittag, für den hausaufgabenfreien Freitag und für die Ferienzeiten. Wir planen anstehende Feste, Ausflüge und Projekte. Außerdem besprechen wir „Freud und Leid“, Wünsche und Probleme. Wir bringen Konflikte zur Sprache, damit die Kinder lernen, sich mit diesen auseinanderzusetzen und erarbeiten gemeinsam Lösungen.

Gemeinsam erarbeitete Wesensmerkmale dieser Prozesse sind:

  • Die Kinder fühlen sich mit ihrem Anliegen angenommen.
  • Sie lernen, ihre Umgebung und das Verhalten anderer zu beobachten.
  • Sie übernehmen Verantwortung für ein Zusammenleben.
  • Sie lernen, ihre Meinung zu äußern, diese zu vertreten und zu argumentieren.
  • Sie lernen, eine Entscheidung der Gemeinschaft zu akzeptieren.
  • Sie üben, in Zusammenhängen zu denken.
  • Sie erwerben Sozial- und Sprachkompetenzen.

Umgang mit Konflikten

Konflikte gehören zum Alltag. Sie sind Ausdruck unterschiedlicher Interessen und somit Bestandteil menschlicher Kommunikation. So sind auch die Kinder im Kinderhaus täglich Konflikten ausgesetzt. Diese Konflikte sind für die Entwicklung des Sozialverhaltens wichtig. Das pädagogische Personal hilft den Kindern, ihre Konflikte gewaltfrei und möglichst konstruktiv zu lösen. Die Rolle als Vorbild ist hierbei entscheidend und maßgeblich. Je kleiner ein Kind ist, umso „sprachloser“ ist es auch, wenn es darum geht, seine Bedürfnisse, seine Interessen und seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen, zu begründen oder selbst reflektieren zu können. Die sprachliche Kompetenz ist daher eine wichtige Voraussetzung, Konflikte gewaltfrei (körperlich wie verbal) lösen zu können.

Bei den Krippenkindern stellt das pädagogische Personal seine Sprache zur Verfügung und versucht, die Gefühle der Kinder zum Ausdruck zu bringen. So tragen die Fachkräfte dazu bei, dass Konflikte im positiven Sinne bewältigt werden können.

Viele Konflikte können Kinder im Kindergartenalter bereits untereinander, d. h. ohne Hilfe, klären oder bewältigen. Darum hält sich das pädagogische Personal grundsätzlich zurück. Die Konfliktsituation der Kinder wird beobachtet. Sobald Kinder ihre Konflikte mit verbaler und/oder körperlicher Gewalt zu lösen versuchen, schaltet sich das Fachpersonal ein. Mit allen am Konflikt beteiligten Kindern finden im Anschluss Konfliktgespräche statt. Das kann in Einzelgesprächen, Kleingruppen oder auch in Kinderkonferenzen geschehen.

Konfliktlösung konkret

Zunächst sorgt das pädagogische Personal dafür, dass sich die Kinder beruhigen. Es hält sich mit Bewertungen zurück, die eines der Kinder zum Täter und das andere zum Opfer erklären. Die Kinder werden befragt. Jedes Kind darf sich aussprechen und den Konflikt aus seiner Sicht darstellen.

Das pädagogische Personal hilft den Kindern, wenn ihnen der Wortschatz ausgeht, um den Konflikt mit allen Gedanken und Gefühlen beschreiben zu können.

Dann wird gemeinsam mit den Kindern nach Lösungen gesucht, um den Konflikt gewaltfrei anzugehen bzw. zukünftige Konflikte zu vermeiden. Kompromisse werden gemeinsam erarbeitet.

Konflikte zwischen Kindern und dem pädagogischen Personal sind sehr emotionale Herausforderungen, denen wir positiv gegenüber treten. Sie sind für die Kinder wie für uns Erwachsene gleichermaßen belastend und erfordern ein hohes Maß an Feingefühl. Sie bieten dem Kind die Chance, von Ihrem Vorbild zu lernen, ernst genommen zu werden, eine Grenze zu spüren und Sicherheit zu erleben.

Ein Gefühl der Niederlage entsteht oft bei Kindern, wenn sie Ihren Willen nicht bekommen.

Sie sind dann traurig und weinen und/oder werden zornig. In vielen Fällen sind durch genaues Hinsehen und Nachfragen Wege möglich, die einen Kompromiss für beide Seiten bieten. Ansonsten drücken wir unser Mitgefühl aus und trösten die Kinder von Herzen. Wir gehen dabei davon aus, dass das Kind genauso wie wir zu Kooperation bereit ist und auch keinen Streit mit uns möchte.

Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung des Kindes

Die Beobachtung von Lern- und Entwicklungsprozessen und deren Dokumentation bildet eine wesentliche Grundlage für pädagogisches Handeln. Aussagekräftige Beobachtungsergebnisse vermitteln Einblicke in das Lernen und in die Entwicklung von Kindern. Sie helfen, die Qualität von pädagogischen Angeboten zu sichern, weiterzuentwickeln und darzustellen.

Bezogen auf die Arbeit mit Kindern bedeutet dies, dass wir das Augenmerk auf die Details ihres Entwicklungsverlaufs legen, um Fortschritte, Veränderungen, Abweichungen und Verzögerungen bemerken zu können.

Die Aufgabe der pädagogischen Fachkraft besteht darin, den Entwicklungsstand eines Kindes mit seinen Stärken und Schwächen zu erfassen und zu dokumentieren, um das Kind mit entsprechenden Förderangeboten gezielt zu unterstützen. Beobachtungen sind für pädagogische Fachkräfte Basis und Anlass für das regelmäßige Entwicklungsgespräch mit Eltern im Rahmen einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Fachlicher Austausch und kollegiale Zusammenarbeit werden dadurch gefördert. Außerdem werden sie für den Austausch und die Kooperation mit Fachdiensten und Schulen benötigt. Folgende Beobachtungsbögen werden in unserem Haus für die Dokumentation der Entwicklung eingesetzt:

  • PERIK (positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag)
  • SISMIK (Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen)
  • SELDAK (Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern)

Integration und Inklusion

Kinder, die behindert oder von Behinderung bedroht sind, können in die Tageseinrichtung aufgenommen werden, wenn ihren besonderen Lebensbedürfnissen Rechnung getragen werden kann und die Bedürfnisse der anderen Kinder Berücksichtigung finden.

Kinder die aus Familien zu uns kommen, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden und die weiteren Kulturkreisen angehören, werden mit Achtsamkeit bei uns aufgenommen.

Integration bietet die Möglichkeit, aus verschiedenen Teilen ein Ganzes wieder herzustellen. Die Inklusion ist auf unsere Pädagogik bezogen ein Ansatz, dessen wesentliches Prinzip die Wertschätzung der Vielfalt in der Bildung und Erziehung ist, so dass wir beides ineinander greifen lassen und ein Miteinander entstehen kann

Geschlechtersensible und geschlechterbewusste Erziehung

Geschlechtersensible Pädagogik ist für uns kein fertiges Konzept mit Standardmethoden.

Während die Natur vorgibt, welches biologische Geschlecht einem Menschen zugeordnet werden kann, entwickelt das Kind durch die Interaktion mit anderen eine soziale Geschlechteridentität.

Diese soziale Geschlechteridentität wird weitgehend von der jeweiligen Kultur und Gesellschaft, in der ein Kind aufwächst, beeinflusst (von Rollenbildern, entsprechenden Verhaltensnormen, Vereinbarungen oder Erwartungen).

Dadurch kann das soziale Geschlecht kein stabiles Persönlichkeitsmerkmal sein. Beide Geschlechter werden durch Stereotypisierung und pädagogische Praktiken benachteiligt und es besteht die Gefahr, dass persönliche Entwicklungspotentiale und Erfahrungsspielräume eingeschränkt werden.

Unser Ziel ist es, den Kindern die Möglichkeit aufzuzeigen, ein differenziertes und vielfältiges Bild von den möglichen Rollen zu erwerben, damit das Kind auch eine eigene Geschlechteridentität entwickelt. Jedes Kind soll lernen, das andere Geschlecht als gleichwertig anzuerkennen, aber auch Unterschiede wertzuschätzen. Die eigenen Bedürfnisse, Vorlieben und Begabungen sollen über den geschlechterbezogenen Erwartungen und Vorgaben anderer stehen.

Unsere Haltung zum Kind

Kinder werden in erster Linie als Persönlichkeiten mit individuellen Begabungen, Fähigkeiten, Vorlieben und Interessen gesehen und nicht als Mitglied einer Geschlechtergruppe.

Geschlechtersensibles, pädagogisches Handeln ist auch eine Frage der persönlichen Einstellung. Daher ist es uns wichtig, nicht nur das geschlechtertypische Verhalten der Kinder, sondern auch das der Fachkräfte zu hinterfragen.

Zugleich erproben wir alternative Verhaltensmuster, beobachten und reflektieren sie und haben gemischtgeschlechtliche Gruppen. Dabei spielt unser Sprachverhalten eine wichtige Rolle.

7. Basiskomeptenzen von Kindern

Zur Bildung der gesamten Persönlichkeit der Kinder unterstützt und fördert das pädagogische Personal auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes folgende Basiskompetenzen:

  • die Entwicklung von freiheitlich-demokratischen, religiösen, sittlichen und sozialen Werthaltungen,
  • den Erwerb von personalen, motivationalen, kognitiven, physischen und sozialen Kompetenzen,
  • das Lernen des Lernens,
  • die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung,
  • aktive Beteiligung an Entscheidungen, –           die Entwicklung von Widerstandsfähigkeit und –     von musischen Potentialen und Kreativität.

Alles zusammen kann nur durch eine vertrauensvolle Basis entwickelt werden. Diese schaffen wir, in dem wir dem Schutzauftrag zum Wohle des Kindes durch genaues Hinsehen und Beobachten der Kinder gerecht werden und ein Klima der offenen und sensiblen Auseinandersetzung aller Beteiligten schaffen.

Wir wollen uns den Ursachen und Folgen von Gewalt bewusst sein und für Grenzverletzungen sensibilisiert sein. Die Kinder sollen in unterschiedlichen Formen gestärkt und sprachfähig gemacht werden, um zu lernen, sich vor Übergriffen und Grenzverletzungen zu schützen.

Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema schaffen wir eine erhöhte Aufmerksamkeit. Ebenso wissen Kinder, Eltern und Mitarbeiter durch das Schutzkonzept in unserer Einrichtung, wo und bei wem sie bei uns Hilfe bekommen.

Die sexuelle Entwicklung von Kindern ist ein menschliches Grundbedürfnis in jedem Alter, ab der Geburt, eine Einheit von Körper, Gefühl und Verstand.

Kennzeichen bei Kindern sind dafür:

  • lustvolles, ganzheitliches und vielfältiges Erleben des Körpers und der Sinne
  • kindliche Sexualität ist umfassend und in ständiger Veränderung
  • sie ist nicht gleichzusetzen mit der Sexualität von Erwachsenen; Kinder kennen kein sexuelles Begehren
  • wird mit Gefühlen von Spontanität, Neugier, Experimentierfreude und Unbefangenheit ausgedrückt (ab ca. 4 Jahren entsteht ein Schamgefühl)
  • kindliche Sexualität ist egozentrisch (auf sich selbst bezogen), nicht beziehungsorientiert
  • für Kinder gibt es keine Trennung von Zärtlichkeit, Schmusen und genitaler Sexualität
  • der Wunsch nach Nähe, Geborgenheit, Vertrauen, Wohlgefühl (z. Bsp. beim Kuscheln)

Schwerpunkte sexuelle Entwicklung und Folgerungen von Kindern

Kinder interessieren sich für den Körper und erkunden spielerisch Geschlechtsunterschiede.

Um sexuelle Aktivitäten von Kindern besser einschätzen zu können, ist ein Überblick über die sexuelle Entwicklung hilfreich. Sexuelles Interesse ist individuell und phasenweise unterschiedlich ausgeprägt.

  • erkunden des eigenen Körpers im ersten Lebensjahr, entdecken der Genitalien als Lustquelle sowie ausgeprägter Fühl- und Tastsinn der Haut (Berührungen sind wichtige Sinnesreize für die emotionale, soziale und kognitive Entwicklung)
  • ab etwa dem 2. Lebensjahr Interesse an den Genitalien anderer (Kinder wie Erwachsener), Kinder kennen Begriffe für Genitalien, haben eine Schau- und Zeigelust, probieren sich in Rollen (Mutter-Vater-Kind) aus, haben Interesse an Körperausscheidungen, ordnen Geschlechter anhand äußerer Merkmale zu
  • ab etwa dem 3. Lebensjahr erkunden Kinder Geschlechterunterschiede bei so genannten Doktorspielen
  • zwischen 4 und 6 Jahren: begreifen des eigenen Geschlechts, Kinder versuchen, die Welt auch kognitiv zu erfassen (Warum-Fragen), es entstehen innige Freundschaften, Kinder haben nun Fragen zu Zeugung, Empfängnis, , Geburt und Schwangerschaft – die Fragen werden mit steigendem Alter differenzierter, Gefühle von Verliebtheit für andere Kinder entstehen (gleich welchen Geschlechts), erste Schritte des Rückzugs von Erwachsenen/Familie in Richtung Selbstständigkeit werden wichtig
  • zwischen 7 und 11 Jahren: die Geschlechteridentität festigt sich, zunächst oft verbunden mit Ablehnung des anderen Geschlechts, großes Interesse am Thema Sexualität, sind begierig auf Informationen, Beginn der „kleinen Pubertät“ (der Köper bildet eine Vorform von Sexualhormonen, die die Pubertät auslösen), Kinder sind häufig verunsichert durch körperliche Veränderungen, das Selbstwertgefühl ist häufig gekoppelt an die eigene sexuelle Attraktivität

Teil unserer Arbeit ist es daher:

  • Wissensvermittlung und Aufklärung
  • mein Körper – Veränderung des Körpers, Formen von Familien und anderen Beziehungsformen – Freundschaften, Geburt – Schwangerschaft – Zeugung
  • (Körperarbeit) Erfahrungen sammeln mit Gefühlen, Sinnen und Grenzen
  • Gefühle und Grenzen achten (z.B. Intimsphäre beim Wickeln/auf der Toilette); Gefühlswortschatz erweitern und Gefühle spielerisch erleben und zuordnen lernen: kindliche Neugier altersgerecht befriedigen (z.B. Bücher); durch Angebote Körperwahrnehmung fördern und Sinneserfahrungen ermöglichen; durch Medien und Materialien Impulse geben (Fingerfarben, Tücher, Verkleidung, Bücher, Bewegungs- oder Tischspiele)
  • Sexualerziehung leben und positiv besetzen durch Sprache und Regeln
  • Regeln wie Spiel-STOPP leben; gute/böse Geheimnisse besprechen; zu wissen, dass ich jederzeit Hilfe holen darf; positive Sprache für den Körper und die Sexualität spielerisch vermitteln; über Berührungen sprechen (schön/unangenehm oder wer darf was, wann und wo)
  • Unterstützung bei sozialen Beziehungen, sex. Orientierung, Vermittlung von Normen und Werten
  • Selbstbestimmung der Kinder unterstützen; Mädchen und Jungen vermitteln, dass ihr Körper liebens- und schützenswert ist
  • sexuelle Erfahrungen/Neugier sind in Ordnung, wenn „Doktorspiele“ gegenseitige freiwillige Spiele sind ( 1:1 Situation); sie keine Verletzungsgefahr darstellen; die sexuellen Aktivitäten von Kindern ihrem Alter/dem Entwicklungsstand entsprechen und die Kinder sich auf gleicher Augenhöhe begegnen/ kein Machtgefälle vorliegt; Regeln aufgestellt sind
  • Wir greifen bei sexuellen Grenzerfahrungen ein, auch wenn Handlungen im Einvernehmen geschehen. Regeln werden wiederholt.

Personale Kompetenzen -Selbstwahrnehmung

Ein hohes Selbstwertgefühl „Ich bin gut!“, „Ich kann etwas bewirken!“ ist die Voraussetzung für die Entwicklung von Selbstvertrauen. Es entsteht, wenn sich das Kind in seinem ganzen Wesen angenommen und geliebt fühlt. Gerade deshalb ist es wichtig, Bedürfnisse der Kinder zu sehen und zeitnah zu befriedigen. Das Selbstwertgefühl soll bei den Kindern durch die nicht an Bedingungen geknüpfte Wertschätzung und Bestätigung seitens der erwachsenen Bezugspersonen gestärkt werden.

Motivationale Kompetenzen

Kinder wollen selbst bestimmen, was sie tun und wie sie es tun. Dazu werden ihnen von den pädagogischen Fachkräften Wahlmöglichkeiten angeboten. Auf diese Weise lernen die Kinder, ihr Handeln an ihren Werten auszurichten und autonom zu handeln. Die den Kindern vom pädagogischen Personal gestellten Aufgaben sollen dem jeweiligen Leistungsniveau entsprechen. Das führt zu der Erfahrung: „Ich kann etwas!“ Durch Kommentieren und Bewerten von Handlungsabläufen und Problemlösungsprozessen soll das selbstregulative Verhalten des Kindes unterstützt werden, d. h. das Kind soll lernen, sein Verhalten selbst zu planen, zu beobachten, zu steuern und lernen mit Frustration umzugehen.

Kognitive Kompetenzen

Die Fähigkeit zur differenzierten Wahrnehmung ist Grundlage für Erkennens-, Gedächtnis- und Denkprozesse. Die Entwicklung dieser Fähigkeiten bei den Kindern wird unterstützt durch Sehen, Ertasten, Riechen, Schmecken von Dingen oder Hören von Geräuschen. Dabei sollen sie nach Merkmalen unterscheiden und ihre Beobachtungen beschreiben.

Denkfähigkeit, Erinnerungsvermögen, Fantasie und Kreativität sowie die Fähigkeit, Probleme zu lösen, werden durch vom pädagogischen Personal gestellte Aufgaben geschult.

Physische Kompetenzen

Die Kinder werden vom pädagogischen Personal durch Rituale angehalten, Verantwortung für ihre Gesundheit und ihr körperliches Wohlbefinden zu übernehmen (Zähneputzen, Ernährung). Durch Bewegungsspiele werden grob- und feinmotorische Kompetenzen entwickelt und weiterentwickelt. Durch einen geregelten Tagesablauf (wechselnde Aufgaben und Tätigkeiten sowie Ruhephasen) lernen sie Anspannung und Entspannung kennen und beide zu unterscheiden.

Soziale/Emotionale Kompetenzen

Die Fähigkeit zur Kommunikation ist eine der wichtigsten Kompetenzen für ein erfolgreiches Leben in unserer Gesellschaft. Um diese Fähigkeit zu entwickeln und weiterzubilden, ist die Sprache ein zentrales Mittel und wird im Kinderhaus-Alltag gefördert und den Kindern werden Gelegenheiten zu Gesprächen geboten (Stuhlkreis, Bilderbuchbetrachtung, Kinderkonferenz).

Eine andere wichtige Kompetenz ist die Fähigkeit zur Kooperation in der Gemeinschaft, im Wettkampf oder sich der Gruppendynamik anzuschließen. Diese Fähigkeit wird entwickelt und geschult, indem den Kindern gemeinsame Aufgaben gestellt werden oder gemeinsam gespielt wird.

Werte – und Orientierungskompetenz

Durch das Bedürfnis des Kindes nach sozialer Zugehörigkeit übernimmt es die Werte der Bezugsgruppe und macht sie zu seinen eigenen. Die pädagogischen Fachkräfte leben den Kindern christliche und andere verfassungskonforme Werte vor und setzen sich mit ihnen darüber auseinander, welche Bedeutung diese Werte für das eigene Verhalten haben. Die Kinder sollen lernen, unvoreingenommen und sensibel gegenüber anderen Menschen zu sein. Jedes Kind hat ein Recht darauf, als Individuum anerkannt zu werden. Daraus leitet sich andererseits die Pflicht ab, andere Personen als Individuen zu respektieren; auch dann, wenn sie andersartig sind (Behinderung, Hautfarbe, Geschlecht).

Verantwortung

Die Kinder lernen, Verantwortung für das eigene Handeln, Verantwortung gegenüber anderen Menschen und Verantwortung für Natur und Umwelt zu übernehmen. Wie zum Beispiel Aufgaben im Alltag, wie das tägliche Tischdecken und abräumen, seinen Arbeits-/ Spielplatz aufzuräumen und sauber zu halten oder das regelmäßige Gießen der gemeinsam gesäten Pflanzen.

Demokratische Teilhabe

Durch Mitsprache und Mitgestaltung sollen die Kinder Fähigkeit und Bereitschaft entwickeln, Gesprächs- und Abstimmungsregeln zu akzeptieren und einzuhalten, andere Standpunkte und Ansichten kennen zu lernen und zu achten, den eigenen Standpunkt einzubringen und zu überdenken. Dabei lernen sie auch, Kompromisse auszuhandeln.

Lernmethodische Kompetenz

Auf einen einfachen Nenner gebracht, sollen die Kinder „lernen, wie man lernt“. Dabei sollen sie die Kompetenz ganzheitlich entwickeln, neues Wissen bewusst, selbstgesteuert und reflektiert zu erwerben.

Sie sollen lernen, dieses neu erworbene Wissen anzuwenden und auf ihre eigene Situation zu übertragen. Sie sollen die Kompetenz entwickeln, den eigenen Lernprozess wahrzunehmen, zu steuern und zu regulieren.

Umgang mit Veränderungen und Belastungen: /Resilienz

Unter Resilienz versteht man die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken. Sie ist nicht angeboren, sondern kann im Laufe der Jahre erworben bzw. erlernt werden.

Zunehmend wachsen Kinder unter stark belastenden Lebensumständen auf (Arbeitslosigkeit, Trennung der Eltern, usw). Wenn ein Kind solchen Belastungen ausgesetzt wird, ist seine Entwicklung gefährdet. Ebenso besteht aber auch die Chance, dass das Kind aus solchen Krisen gestärkt hervorgeht. Wir können einem Kind die Belastungen nicht abnehmen, aber wir können das Kind mit Zutrauen unterstützen und ihm so helfen, mit den Belastungen leben zu lernen.

8. Bildungs- und Erziehungsziele

Religiöse Grundlagen

Im Kinderhaus Katharina von Bora werden die Kinder auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes in einer evangelischen Einrichtung begleitet, gefördert und gebildet. In einem christlich geprägten Land ist das nichts Ungewöhnliches. Allerdings verliert der Bezug auf das religiöse Erbe angesichts der Vielfalt religiöser und nichtreligiöser Weltanschauungen im globalen Dorf zunehmend an Selbstverständlichkeit. Deshalb die Frage: Was ist das Besondere an einem evangelischen Kinderhaus?

Urvertrauen

Zunächst einmal ist das Kinderhaus ein religiöses Haus. Im Kindergartenjahr feiern wir eine Reihe religiöser Feste aus unserer christlichen Tradition: Erntedank, St. Martin, Advent, Nikolaus, Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Weihnachten und Ostern sind am wichtigsten, denn bei Jesu Geburt und bei Jesu Sterben und Auferstehen geht es um Leben und Tod. Menschen mit einer religiösen Weltanschauung sind hier nicht gleichgültig. Sie betrachten das ‚bloße‘ Leben als Grund zur Freude und ein Kind als Gottesgeschenk. Der Tod führt nicht zur Verzweiflung, selbst wenn er furchtbar schmerzlich ist. Kinder sind gelegentlich selbst mit Fragen von Leben und Tod konfrontiert, und wir hoffen, dass etwas von dem in den Religionen vermittelten Gottvertrauen auf Kinder „abfärbt“.

Würde

Im Morgenkreis wird jedes Kind mit seinem Namen begrüßt. Das ist eine kleine Geste für eine Sache mit einer enormen Bedeutung: Für die jüdisch-christliche Tradition ist spezifisch die besondere Wertschätzung der individuellen Person, die in der Bibel als „Ebenbild Gottes“ (Genesis 1, 27) gilt. Jeder Mensch, ob gläubig oder nicht, ob alt oder jung, bildet einen Teil der Fülle der Göttlichkeit ab.

Werden wie die Erwachsenen?

Von Jesus ist überliefert, dass bei ihm die Kinder einen hervorgehobenen Stellenwert hatten: „Wahrlich, ich sage Euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ (Matthäus 18, 3). Nach christlicher Vorstellung hat das Kind sein als solches einen fundamentalen Eigenwert, der im Kinderhaus ausgekostet werden soll. Idealerweise bringen Kindertagesstätten also nicht nur Kindern und ihren Eltern etwas, sondern besitzen eine Ausstrahlungskraft auf die Kirchengemeinde und die Gesellschaft.

Annahme

Ein römischer Hauptmann, eine heidnische Frau aus Syrophönizien, Zöllner und Prostituierte gehörten nach dem Zeugnis der Evangelien zu den ersten Anhängern Jesu. Dass die Christenheit aus so verschiedenen Menschen zusammen wuchs, erforderte außerordentlich viel Kommunikation, Toleranz, Disziplin und Besonnenheit. Der Anspruch einer christlichen Einrichtung ist, die Menschen zusammen zu führen – und die Kinder vorzubereiten auf eine vielfältige Welt, in der das christliche Motto gilt: „Nehmet einander an, wie Christus Euch angenommen hat, zu Gottes Lob!“ (Römer 15, 7)

Achtsamkeit und Liebe

Wenn es einen Wunsch nach einem langfristigen Ziel von Erziehung geben kann, dann ist es, dass Kinder seelisch gesund werden – und das heißt nach christlichem Verständnis: liebesfähig. Die Achtsamkeit, die für seelische Gesundheit unerlässlich ist, unterstützt nicht nur die Selbstliebe. Auch die Nächstenliebe und die Gottesliebe werden von ihr gefördert. Dass Kinder dauerhafte, gute Beziehungen haben, hängt mit der tiefsten Glaubenserkenntnis zusammen. „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1. Johannes 4, 16b).

Freiheit

Unter den christlichen Kirchen sind die evangelischen dadurch besonders gekennzeichnet, dass in ihnen das Anliegen der Freiheit eine hervorgehobene Bedeutung hat. Eine Grundschrift Martin Luthers, nach dessen Ehefrau Katharina von Bora das Kinderhaus seinen Namen hat, ging z.B. um „Die Freiheit eines Christenmenschen“. Der freiheitliche Impuls hat Auswirkungen auf das Konzept des Kinderhauses: Neben der erforderlichen Geborgenheit in der Gruppe soll das Kind in die Freiheit wachsen. Die Freiheit hindert nicht, sondern unterstützt alles, was in den vorigen Abschnitten angesprochen wurde – die Achtsamkeit und Liebe, die gegenseitigen Annahme, das Recht des Kindlichen, die Würde als Gottes Ebenbild und das Gottvertrauen.

Sprachliche Bildung und Förderung

Spracherwerb ist gebunden an den Dialog und die persönliche Beziehung zum Kind, an die gemeinsamen Interessen (Aktivitäten), an Handlungen, die für das Kind Sinn ergeben. Alles, was Kinder aus ihrer Umwelt und über ihre Sinne wahrnehmen, einschließlich der damit verbundenen emotionalen Prozesse möchten und müssen sie auch sprachlich zum Ausdruck bringen. Hierbei sind die Kinder auf die tägliche sprachliche Begleitung der Erwachsenen angewiesen.

Kinder lernen Sprache in der Beziehung zu Personen, die sich ihnen mit konzentrierter und großer Aufmerksamkeit persönlich zuwenden, bei allen gemeinsamen Aktivitäten im Alltag, wie z.B. beim Aufstehen, Anziehen und Frühstücken, auf dem Weg zum Kinderhaus, beim Einkaufen, beim Abendbrot und zu Bett gehen (inkl. „Gute-Nacht-Geschichte“).

Im Kinderhaus wird diese Form der alltäglichen und persönlichen Zuwendung und Ansprechbarkeit zwischen Erwachsenem und Kind zunehmend von anderen Kindern (als Spielgefährten und Freunde) ergänzt bzw. ersetzt. Während der täglichen Freispielzeiten können die Kinder persönliche Beziehungen mit anderen Kindern knüpfen, Freunde und Spielgefährte suchen, sich sprachlich auseinandersetzen und neu zusammenfinden; sich in Form verschiedenster Rollenspiele im Dialog üben und sprachliche Kompetenz bezüglich ihres Sozialverhaltens üben.

Kinder nehmen ihre Umwelt mit allen Sinnen wahr. Um sich sprachlich ausdrücken zu lernen, müssen sie ihre Umwelt im wahrsten Sinne des Wortes auch begreifen können. Kinder brauchen die körperliche Selbsterfahrung und Aktivität!

Das alles muss körperlich nachempfunden und sprachlich begleitet werden. Täglich finden gemeinsame Gespräche im Morgenkreis und in verschiedenen Stuhlkreisen statt.

Die Kinder berichten von Erlebnissen an Wochenenden oder im Urlaub. Sie lernen, ihre Erfahrungen und die dazugehörigen Gefühle in Worte zu fassen. Gesprächsregeln, wie z.B. sich gegenseitig zuzuhören und aussprechen zu lassen, werden geübt.

Täglich üben wir mit den Kindern Sprachrhythmus. Wir singen und reimen (Fingerspiele, Abzählreime, Gedichte, Zaubersprüche oder Zungenbrecher). Ferner bieten wir den Kindern Sprach- und Lautspiele sowie rhythmische Bewegungsspiele an.

Entsprechend den Jahreszeiten, den Rahmenthemen oder unseren Projektarbeiten werden Sachbücher eingesetzt. Anlässlich kirchlicher Feste werden biblische Geschichten erzählt. Wir besuchen mit den Kindern die Gemeindebücherei und machen sie mit dem Ausleihen von Büchern vertraut.

Der Dialekt ist in Bayern eng mit der Kultur verbunden. Viele Heimatvereine und Traditionen unterstützendem bayrischen Dialekt. Es entsteht ein Gefühl von Zugehörigkeit und Identifikation, wenn diese Tradition gewahrt wird. Es ist uns willkommen, wenn die Kinder die Chance bekommen, diesen und gegebenenfalls anderen Dialekt bei uns zu sprechen und kennenzulernen

Förderung bei Sprachauffälligkeiten

Unabhängig vom Alter der Kinder arbeiten wir bei Sprachauffälligkeiten und/oder mangelnden Deutschkenntnissen mit Fach- und Sozialdiensten, wie Logopäden, der Frühförderstelle Ebersberg, dem Sonderpädagogischen Förderzentrum Poing und Grundschulen, die spezielle Deutschkurse für Migrationskinder anbieten, zusammen.

Für Migrantenkinder gibt es ein mit der Schule abgestimmtes Vorkurskonzept, bei dem die Kinder in der zweiten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres sprachlich speziell gefördert werden und im letzten Kindergartenjahr einen speziellen Vorkurs in der Grundschule zweimal die Woche eine Stunde besuchen.

Mathematische Bildung

Mathematisches Denken ist Basis für lebenslanges Lernen sowie Grundlage für Erkenntnisse in der Wissenschaft, der Technik und der Wirtschaft.

Kinder haben ein natürliches Interesse an Formen und Zahlen. Die Welt, in der Kinder aufwachsen, ist voller Mathematik. Durch das Auseinandersetzen mit mathematischen Inhalten und Gesetzmäßigkeiten machen sie bereits die Erfahrung von Beständigkeit, Verlässlichkeit und Wiederholbarkeit.

Mathematische Bildung setzen wir in unserem Kinderhaus um durch Würfelspiele, Raumlage (oben, unten, links, rechts, hinten, vorne), Umgang mit Gewichten (z.B. Kuchen backen), Zusammenfassen und Gliedern von gegenständlichen Mengen, Erkennen und Erstellen von Mustern bzw. Fortsetzen von Reihen, Messen von Längen, geometrische Formen, Zahlen (Zahlenpuzzle).

Naturwissenschaft und Technik

Bereits kleine Kinder haben Interesse an naturwissenschaftlich darstellbaren Erscheinungen der belebten und unbelebten Natur, am Experimentieren und Beobachten. Deshalb sollen die kindliche Neugier und der natürliche Entdeckungsdrang der Kinder genutzt werden. Damit verbunden ist die Vermittlung von Kenntnissen über die Verwendungs- und Funktionsweise von technischen und informationstechnischen Geräten, die den Alltag der Kinder prägen und von Fertigkeiten im praktischen Umgang damit.

So führen wir einfache Experimente durch und erklären den Kindern die Natur anhand von Bildern und auf Spaziergängen. Im Rahmen von Projekten beobachten wir beispielsweise, wie aus einer Zwiebel eine Tulpe wird. Durch Besuche auf Bauernhöfen, in Museen, bei Polizei, Feuerwehr, usw. bringen wir den Kindern Lebensräume von Mensch, Tier und Pflanze sowie den Umgang mit der Technik in der Praxis nahe.

Umweltbildung und -erziehung

Aufgrund der großen globalen und ökologischen Veränderungen hat Umweltbildung und -erziehung einen hohen Stellenwert.

Wir sprechen mit den Kindern über Gesundheit, Wertehaltungen, Freizeit- und Konsumverhalten. Das Kennenlernen von Tieren und Pflanzen wird durch Wanderungen, Besuche des Wildparks, durch Sammeln, Zuordnen, Pressen der Pflanzen, Blumen und Gräser geübt. Gleichzeitig können aus den Pflanzen Bilder oder ähnliches hergestellt werden.

Naturmaterialien, wie Muscheln, Kieselsteine, Schneckenhäuser und vieles mehr werden zum Legen und Spielen angeboten und regen damit die Phantasie und Kreativität der Kinder an. Bei den täglichen Mahlzeiten achten wir darauf, dass mit dem Essen sorgsam umgegangen wird und die Abfälle getrennt werden. Beim Hände waschen vermitteln wir den Kindern den nachsichtigen und sorgfältigen Umgang mit Wasser und Seife.

Zum Thema Naturbegegnungen werden vielerlei Möglichkeiten genutzt. Wir gehen bei fast jedem Wetter und zu allen Jahreszeiten in den Garten, um mit allen Sinnen die Umwelt wahrzunehmen.

Informationstechnik und Medien

Angesichts ihrer Rolle im Leben von Kindern und ihrer zentralen Stellung im privaten und beruflichen Umfeld kommt der Informationstechnik und den Medien eine zunehmende Bedeutung zu. Dies wird von uns immer mehr berücksichtigt und ist deshalb auch integraler Bestandteil der pädagogischen Projekte und Ziele im Kinderhaus.

Medienpädagogische Angebote haben nicht „die Medien“ zum Gegenstand, sondern die Kinder, die in lernender, sozialer oder gestaltender Beziehung zu den Medien stehen. Diese Mensch-Medien-Interaktion verantwortungsvoll einzuschätzen und entwicklungsfördernd einzusetzen, ist das Ziel einer vorschulischen und schulischen Medienbildung.

Die Projektarbeit mit Medien geschieht dabei immer in einer sozialen Gruppe und lässt sich hervorragend zur Sensibilisierung einsetzen. Fast nebenbei lernen Kinder dabei die Funktionsweise und den „Produktcharakter“ von Medien kennen und erfahren gleichzeitig, dass man mit Medien auch selbst produktiv sein kann.

Im Alltag verwenden wir mit allen Kindern klassische Medien wie Bücher und CD-Spieler/ Kassettenrecorder. Für die Vorschul- und Schulkinder steht ein eigner PC zur Verfügung, an welchem Lernprogramme, wie das Schlau-Mäuse-Programm oder ähnlich bewährte Lernprogramme, abgerufen werden können. Ebenfalls können dort Bilder von der Kinderhaus-Digitalkamera angesehen und bearbeitet werden.

Andere Medien wie Tip-Toi oder Tablets werden ab dem Vorschulalter beschränkt eingesetzt und je nach Alter und Entwicklungsstand für eine kritische Auseinandersetzung sowie zur Befriedigung der Neugier und als Hilfsmittel eingesetzt. Die Ferien bieten Spielraum, auch andere Medien, die zu Hause im Gebrauch sind, begrenzt durch den Rahmen, den das pädagogische Personal vorgibt, wertzuschätzen und im Alltag zu integrieren. Smartphones und ähnliche mit Kamera ausgestattete Medien wie Tablets, sind aus datenschutzrechtlichen Gründen nur ausgeschaltet oder mit abgeklebter Kamera von Kindern mitzuführen.

Ästhetische und Musische Bildung

Ästhetik, Kunst und Kultur durchdringen sich gegenseitig und bedingen einander. Jedes Kind besitzt von Natur aus eine persönliche Kreativität. Deshalb bedeutet sie die Unterstützung der persönlichen Entfaltung. Beim Erkunden und Erschließen ihrer Umwelt machen Kinder mit allen Sinnen erste kreative Erfahrungen.

Die ästhetische Bildung spricht das Kind in seiner Gesamtpersönlichkeit an und begegnet ihm ständig im Alltag. Ganzheitlich werden durch sie „Kopf, Herz und Hand“ angesprochen.

In unserem Kinderhaus wirken die Kinder an der ästhetischen Gestaltung aller Aktivitäten mit:

  • gemeinsames dekoratives Eindecken der Tische
  • besonderer Tischschmuck bei Geburtstagsfeiern
  • hübsches Verpacken kleiner Geschenke
  • Pflegen einer „Esskultur“ (Besteck, Servietten, Waschen vor dem Essen, usw).

Das kreative Schaffen der Kinder steht in unserer Einrichtung unter dem Motto: „Nicht das schöne Bild ist das Ziel, sondern das schöpferische Tun“.

Hierbei wird die Weiterentwicklung der kreativen Fähigkeiten durch Wertschätzung von den pädagogischen Fachkräften unterstützt. Dadurch entwickeln die Kinder ein Sensorium für Qualitäten.

Musikalische Bildung und Erziehung

In unserem Kinderhaus spielt Musik eine wichtige Rolle. Wir singen viel, machen Bewegungs- und Kreisspiele sowie rhythmische Übungen. Geschichten werden mit Orff-Instrumenten vertont und der Körper als Instrument eingesetzt (klatschen, stampfen, schnippen, schnalzen). Kinder sollen Lust am Musizieren entwickeln und Instrumente erproben. Dabei lernen sie, Musikinstrumente zum Ausdruck der eigenen Gefühle und als eine Möglichkeit der Entspannung zu nutzen. Sie lernen Musik aus anderen Kulturen kennen und können unter Anleitung einfache Musikinstrumente selbst bauen.

Von klein auf schafft die Musik eine Verbindung von

Sprache und Emotionen, die Kindern hilft, in sich zu hören, sich auszudrücken und einen Ausgleich zu schaffen.

Bewegungserziehung

Kinder haben Freude daran, sich zu bewegen und erlangen zunehmend Sicherheit in ihrer Körperbeherrschung. Ihre Wahrnehmungsfähigkeit sowie ihr Gleichgewichtssinn werden durch körperliche Aktivitäten gestärkt. Im Kinderhaus ist uns die Motorik wichtig. Durch Bewegung werden Motivation und soziale Beziehungen sowie im Kleinkindalter die Sprache, das Denken und die Gesundheit gefördert.

Gesundheitserziehung

In unserem Kinderhaus lernt das Kind, selbstbestimmend Verantwortung für sein eigenes Wohlergehen, seinen Körper und seine Gesundheit zu übernehmen. Es erwirbt entsprechendes Wissen für ein gesundheitsbewusstes Leben und lernt gesundheitsförderndes Verhalten. Dies umfasst insbesondere folgende Bereiche:

  • Ernährung
  • Kenntnisse über Körperpflege und Hygiene
  • Körper- und Gesundheitsbewusstsein
  • Sicherheit und Schutz

Die Kinder sollen lernen, Gefahrenquellen zu erkennen, um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen. Sie sollen Grundkenntnisse über sicheres Verhalten im Straßenverkehr und Grundwissen über richtiges Verhalten bei Unfällen und Feuer erwerben.

Dabei lernen die Kinder, ihre eigenen Interessen zu formulieren, verbindliche Entscheidungen zu treffen, sich zu organisieren und Eigenverantwortung zu übernehmen.

Diese primäre Prävention hilft Kindern und macht sie stark. Beispielsweise das Projekt ICH (Identität-Charakter-Herkunft) ist ein ganzheitliches, sexualfreundliches Projekt, das Kindern eine positive körperliche und psychische Entwicklung ermöglicht hat.

9. Besondere Pädagogik

a. Krippe

Eingewöhnung

Die Eingewöhnung der neuen Krippenkinder hat in unserem Kinderhaus eine zentrale Bedeutung. Eine sanfte, elternbegleitende Eingewöhnung ist die Grundlage dafür, dass sich die Kinder später auch im Kinderhaus wohl und geborgen fühlen. Feste Bezugspersonen begleiten die Eltern und das Kind in dieser Zeit. Durchaus kann eine gute Eingewöhnung mehrere Wochen dauern. Die Eingewöhnungsphase in unserem Kinderhaus ist an dem Berliner Eingewöhnungsmodell angelehnt.

Detaillierte Informationen zur Eingewöhnung erhalten die Eltern beim ersten Elternabend und im Erst-Gespräch, um dann auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.

Beziehungsvolle Pflege

Der Bereich der Körperpflege bietet in der Kleinstkindpädagogik vielfältige Möglichkeiten für das Kind, seinen eigenen Körper wahrzunehmen, emotionale Zuwendung zu bekommen und erste Eigenständigkeiten zu erlernen. Das Kind soll die Pflege seines Körpers als etwas Angenehmes erleben dürfen. Dafür wird sich bei uns Zeit genommen und ein geeigneter Rahmen geschaffen.

In der Sauberkeitserziehung wird den Kindern der nötige Freiraum gegeben, um eine gewisse körperliche und geistige Reife zu entwickeln, die durch kein „Töpfchentraining“ ersetzt werden kann. Die Kinder sollen ein positiv besetztes Sinneserlebnis und Körpergefühl lernen dürfen.

b. Schulkinder

Hausaufgaben und Freizeitgestaltung

Die Erledigung der Hausaufgaben gehört in unserem Kinderhaus dazu, entbindet aber die Eltern nicht von ihrer elterlichen Zuständigkeit für ihr Kind und dessen Hausaufgaben. In der praktischen Umsetzung bedeutet dies, dass den Schulkindern zwischen 14:00 Uhr und 15:30 Uhr ein eigener Raum zur Verfügung steht, um ihre Hausaufgaben erledigen zu können.

Eine pädagogische Ergänzungskraft beaufsichtigt die Kinder und leistet kleine Hilfestellungen oder beantwortet Fragen.

Wir korrigieren aber keine Fehler, um Eltern und Lehrern einen aktuellen Überblick über den Leistungsstand des Kindes zu ermöglichen. Die Erledigung der Hausaufgaben wird für das einzelne Kind auf 1 Std. begrenzt, damit ausreichend Zeit für Entspannung, Spiel und Gruppenaktivität bleibt.

Bei Bedarf stehen wir zusätzlich in engem Austausch mit der Schule. Schulische Stärken und Schwächen werden beobachtet und mit den Eltern kommuniziert. Über spielerische Nachmittagsangebote können Anregungen für Ausgleich geboten werden, jedoch findet keine Nachhilfe statt.

Nach den fremdbestimmten Anforderungen in der Schule, beim Mittagessen und während der Hausaufgabenbetreuung haben vor allem die Schulkinder ein starkes Bedürfnis nach Freizeit. Sie können nicht länger still sitzen und „Kopfarbeit“ leisten, möchten was erleben, meist mit viel körperlichem Einsatz. Wir besprechen uns mit den Kindern und die Kinder entscheiden dann, wie sie ihre freie Zeit gestalten wollen. Dabei unterstützen wir sie in ihrem Drang nach Selbstbestimmung und nach körperlichen Aktivitäten oder in ihrem Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug.

Die Kinder können Höhlen bauen und jeden Winkel im Hortbereich nutzen, um sich zurückzuziehen und zum Beispiel zu lesen oder auch nur persönliche Angelegenheiten zu besprechen. Sie können in die Turnhalle, um Tischtennis, Fußball oder andere Bewegungsspiele mit Wettkampfcharakter zu spielen.

Auch dürfen sie andere Gruppen im Kinderhaus aufsuchen oder ins Außengelände gehen. Außerdem haben die Kinder die Möglichkeit, an laufenden Projekten zu arbeiten oder die Beschäftigungsangebote der pädagogische Fach- und Ergänzungskräfte wahrzunehmen. Mit den Angeboten orientieren wir uns am Kreislauf der Jahreszeiten oder an den christlich Festen.

Der Freitag als hausaufgabenfreier Nachmittag bietet Zeit, um unseren Radius zu erweitern und Ausflüge in die Natur oder ins Schwimmbad zu unternehmen. Ausflüge planen wir auch im Zusammenhang mit den Themen laufender Projekte. Die Ferienzeiten, die die Kinder im Hort verbringen, werden grundsätzlich mit ihnen gemeinsam während der Kinderkonferenzen geplant und ermöglichen uns besondere Ausflüge wie ins Museum, in den Kletterwald oder ähnliches.

c. Vorschule

Im letzten Jahr vor der Schule, werden mit erweiterten Angeboten, die speziell auf die Bedürfnisse der Kinder im Jahr vor der Einschulung zugeschnitten sind, Basiskompetenzen verstärkt gefördert.

Die Selbstwirksamkeit der Kinder wird bestärkt, indem die Kinder die Möglichkeit bekommen, ihrer Erwartung gerecht zu werden, selbst etwas bewirken/ lernen zu wollen, und somit positiv gestärkt, den Übergang in die Schule und das dortige Lernen antreten.

Ein ganzheitliches Erleben soll den Kindern die Möglichkeit bieten, sich eine Art des Lernens anzueignen, die die Basiskompetenzen (Sprach-, Sach-, Sozial, Methoden- und Selbstkompetenz) sowie nachhaltiges Lernen für das Leben zu erschließen.

Davon ausgehend, dass Kinder durch ihre eigene Autonomie (Selbstbestimmung), lernen, Vertrauen zu sich selbst zu haben, unterstützen wir die Kinder durch unser empathisches (auf ihre Gefühle eingehendes) und integeres Verhalten. Die Kinder sollen von uns als Vorbilder lernen, sich selbst treu zu sein, auf sich zu vertrauen und das persönliche Wertesystem, das sie entwickeln, mit dem eigenen Handeln zu verknüpfen.

10. Kinderschutz

Umgang mit konkreter Gefährdung des Kindswohls

Im Sozialgesetzbuch VIII (Kinder- und Jugendhilfe) § 8a hat der Gesetzgeber den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung definiert. Auf der Grundlage dieses Gesetzes hat die jeweils zuständige Behörde der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt) mit jedem ihrer Einrichtungsträger eine schriftliche „Vereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII“ abgeschlossen.

Das pädagogische Personal von Einrichtungen ist dazu verpflichtet, Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung aufmerksam wahrzunehmen und – ggf. unter Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft – das Gefährdungsrisiko einzuschätzen, z.B. bei körperlicher und seelischer Vernachlässigung, seelischer und/oder körperlicher Misshandlung, sexueller Gewalt, usw. Das pädagogische Personal wirkt bei den Erziehungsberechtigten darauf hin, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen, wie z.B. Gesundheitshilfen, Beratung, Familienhilfe.

Wenn diese Hilfen nicht in Anspruch genommen werden und/oder eine akute Gefährdung besteht, ist das pädagogische Personal zu einer sofortigen Benachrichtigung des Jugendamts/Allgemeinen Sozialdienstes verpflichtet.

Auszüge aus unserem Schutzkonzept

Der Schwerpunkt des Schutzkonzepts liegt auf der primär vorbeugenden Prävention als Schaffung von Strukturen, die verhindern, dass es zu Übergriffen kommt. Dazu gehört unter anderem:

  • Informieren über das Schutzkonzept. Bei Neueinstellungen von Mitarbeitern im Rahmen der Einarbeitung und bei Eltern über die Konzeption.
  • Prävention durch die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses bei Neueinstellung aller Festangestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Diese Maßnahme wird alle 5 Jahre wiederholt.
  • Verhaltenskodex: Jeder Mitarbeiter verpflichtet sich, Verhaltensregen zur Verhinderung von Gewalt an Kindern einzuhalten und bestätigt dies mit seiner Unterschrift. (Der Verhaltenskodex stellt keinen rechtsgültigen Vertrag dar. Er ist eine sichtbare Willenserklärung mit pädagogischer Zielsetzung.)
  • Präventionsarbeit findet in unserem pädagogischen Alltag mit den Kindern statt (siehe sexual pädagogisches Konzept) und soll von den Eltern auch gelebt werden.
  • Präventionsbeauftragte ist die Leiterin des Kinderhauses.

Krisenintervention

Verhalten im Verdachtsfall. Was kann ich tun, wenn ich einen konkreten Verdacht habe oder mein Kind sich mir mitteilt:

Ruhe bewahren!

In der ersten Verwirrung und Betroffenheit werden oft unüberlegte Schritte unternommen, die für die betroffenen Kinder nicht unbedingt hilfreich sind.

Ruhe bewahren heißt, sich selbst Hilfe und Unterstützung holen.

Im Kinderhaus gibt es einen Ablaufplan an den sich die Mitarbeiter halten. Bitte wenden Sie sich an die Gruppenleitung.

Hinweise die auf eine Kindeswohlgefährdung deuten, sind im Schutzkonzept enthalten. Deshalb wird von den Erzieherinnen/Erziehern auf folgende Punkte besonders geachtet.

  1. auf das soziale Verhalten
  2. auf ein auffällig sexualisiertes oder gewalttätiges Verhalten
  3. auf das körperliche Erscheinungsbild
  4. auf die Kleidung des Kindes

Professionelle pädagogische Arbeit können sowohl Frauen als auch Männer leisten. Entscheidend ist nicht das Geschlecht, sondern die persönliche Eignung, das Fachwissen und die Fähigkeit, das Wissen in die Tat umzusetzen. Professionell agierende Erzieher und Erzieherinnen handeln zum Wohl der Kinder. Sie wissen um den richtigen Umgang mit Nähe und Distanz.

Eine ganzheitliche, sexualfreundliche Erziehung im Kinderhaus ermöglicht Kindern eine positive körperliche und psychische Entwicklung. In diesem Sinne geförderte und gestärkte Kinder sind besser vor sexuellen Übergriffen geschützt.

11. Entwicklungs-, Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Umgang mit der Entwicklung

Wenn das pädagogische Personal aufgrund seiner Beobachtungen Anzeichen einer Entwicklungsverzögerung oder bestehenden Behinderung feststellt, informieren wir die Eltern darüber und beraten entsprechend. Zusammen mit den Eltern wird das weitere Vorgehen abgestimmt, welche Fachdienste hinzugezogen werden, mit dem Ziel, das Kind – innerhalb und außerhalb des Kinderhauses – entsprechend seinen spezifischen Bedürfnissen zu fördern.

Partnerschaftliche Kooperation mit den Eltern

Die pädagogische Arbeit braucht die partnerschaftliche Kooperation zwischen Eltern und pädagogischem Personal. Deshalb ist die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern von grundlegender Bedeutung. Mit dem Eintritt in das Kinderhaus ist es die gemeinsame Aufgabe, das Kind ein Stück auf seinem Lebensweg zu begleiten. Im Kinderhaus Katharina von Bora gibt es verschiedene Formen der Zusammenarbeit:

Elterngespräche Erstgespräch:

Beim 1. Elternabend zum Thema Eingewöhnung im Krippenbereich bzw. beim „Kennenlernen“ im Kindergartenbereich wird mit den Eltern ein Termin zum Erstgespräch vereinbart. Dieser Informationsaustausch soll dem Kind den Einstieg in das Kinderhaus erleichtern. Bei diesem Gespräch wird das pädagogische Personal zusammen mit den Eltern einen Fragebogen über das Kind ausfüllen, so dass alle Informationen schriftlich festgehalten sind und jederzeit nachgelesen werden können. Auch Termine und Tageszeiten für die Eingewöhnung werden im Erstgespräch festgelegt.

Infos für Eltern:

Kurze „Tür- und Angelgespräche“ bieten Möglichkeiten zum täglichen, kurzen Austausch.

Ausführliche Entwicklungsgespräche werden mit allen Eltern einmal im Jahr geführt.

Elterngespräche werden je nach Bedarf kurzfristig angesetzt.

Per Elternpost werden schriftliche Mitteilungen an die Eltern weitergegeben. Im Eingangsbereich und vor den jeweiligen Gruppenräumen sind Pinnwände für den Informationsaustausch angebracht. Allgemeine Informationen und Erinnerungen erfolgen auch per Mail.

Elternabend:

Elternabende werden gruppenintern und/oder gruppenübergreifend veranstaltet und dienen dem Informationsaustausch, dem Kennenlernen und dem Kontakt zwischen Eltern und Team.

Aktivitäten und Feste

Die Aktivitäten und Feste mit den Eltern sind bei uns sehr vielfältig. Diese werden gemeinsam mit den Eltern organisiert und durchgeführt. Gemeinsame Feiern fördern gruppenübergreifende Kontakte und die Zusammengehörigkeit zwischen Träger, Team und Elternschaft.

Elternbeirat

Der Elternbeirat ist das Bindeglied zwischen Träger, Kinderhaus und Eltern. Er wird jeweils am Beginn des neuen Kindergartenjahres gewählt und ist für ein Kinderhausjahr im Amt.

Die Aufgabe des Elternbeirates ist die Erziehungsarbeit mit dem Kinderhaus, Elternhaus und Träger auf partnerschaftliche Weise zu unterstützen.

12. Externe Zusammenarbeit und Vernetzung

Zusammenarbeit/Vernetzung mit Frühförderung/Schulen

Für den Bildungsauftrag bedeutsam ist auch die Gemeinwesen-Orientierung der Einrichtung sowie deren Kooperation und Vernetzung mit anderen Stellen und Institutionen. Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit der Petrikirche, mit anderen Einrichtungen und den Grundschulen, aber auch die Kooperation mit kulturellen, sozialen, umweltpädagogischen und medizinischen Einrichtungen und Diensten, mit der politischen Gemeinde, den anderen Pfarr- und Kirchengemeinden, mit familienunterstützenden Einrichtungen der Jugendhilfe, mit Arztpraxen und dem Gesundheitsamt.

Vernetzung

Die Kooperationsbeauftragten der Einrichtungen und Grundschulen treffen sich alle zwei bis drei Monate. Ziel ist es, den Übergang in die Grundschule zu gestalten. Dies geschieht durch folgende Maßnahmen:

  • gemeinsamer Informationselternabend über die Schulfähigkeit des Kindes
  • Vorschulkinder besuchen die Grundschule
  • Beteiligung der pädagogischen Fachkräfte bei der Schuleinschreibung
  • Erstklässler besuchen ihre ehemaligen Einrichtungen

Des Weiteren finden im Haus Fördermöglichkeiten von Dritten statt (Chor, Englischkurs, usw).

Wir bieten Vorlesestunden mit ehrenamtlichen Damen und Herren an, um in der angenehmen Atmosphäre unseres Lesezimmers mit ausgesuchten Texten zusätzliche sprachliche Impulse den Kindern zu vermitteln.

Von einer externen Fachkraft wird auf Wunsch und entgeltlich ein Grundlagenkurs Englisch angeboten.

2013 hat Herr Dr. Gerstner, Organist an der Petrikirche, einen Chor der Kinder im KvB gegründet und wird vom ihm zusammen mit der Musikschule gegen eine Gebühr angeboten. Der Chor erfreut sich großer Beliebtheit und steht allen Kindern offen, um die Freude an der Musik zu vertiefen.

Zweimal im Jahr treffen sich die Leiterinnen der jeweiligen Einrichtungen mit dem Bürgermeister und dem Beauftragten der Gemeinde zur Planung gemeinsamer Veranstaltungen und zur gegenseitigen Koordinierung und Abstimmung (z.B. Bedarfssituation).

Durch die Evangelische Landeskirche sind wir in den einzelnen Teilbereichen U3 und Hort durch Fachforen vernetzt. Außerdem finden Treffen zur Qualitätssicherung mit dem Ev-KitaVerband statt.

Besonderheiten in der Entwicklung

Wenn Besonderheiten bei der Entwicklung der Kinder auffallen, arbeiten wir in Absprache mit den Eltern mit dem Sonderpädagogischen Förderzentrum Poing und der Frühförderstelle

Ebersberg zusammen, um eine optimale Unterstützung anzubieten. Darüber hinaus nehmen wir an Informationsveranstaltungen des Sonderpädagogischen Förderzentrums teil oder unterstützen bei der Suche nach dem richtigen Fachdienst, wie wir bisher beispielsweise mit der Caritas Grafing gute Erfahrungen gemacht haben.

Gesundheit

Die Gesundheit der Kinder ist von elementarer Notwendigkeit. Deshalb arbeiten wir mit dem

Gesundheitsamt, Kinderärzten, Zahnärzten, Logopäden und Ergotherapeuten zusammen. Durch diese Zusammenarbeit haben wir die Möglichkeit, z.B. bei neuen Krankheitsbildern oder bei Unsicherheiten seitens der Eltern sofort fachmännischen Rat einzuholen. Unsere Partner sind auch bereit, bei Bedarf, z.B. für einen Informationselternabend, zur Verfügung zu stehen oder mit betroffenen Eltern zu sprechen.

Eine Welt Laden-Globale Verantwortung

Außergewöhnlich ist im Kinderhaus Katharina von Bora, dass es einen Eine-Welt-Laden beherbergt. Hier werden Lebensmittel wie Tee, Kaffee und Kakao sowie weitere Gegenstände aus Entwicklungspartnerschaften verkauft. Sie sind unter Bedingungen hergestellt und fair gehandelt, sodass sie den Produzenten ein lebenswertes Dasein und ihren Kindern eine gute Bildung ermöglichen. Kleine Menschen erhalten dadurch an einem kleinen, aber konkreten Beispiel vermittelt, wie ungerechte Grundstrukturen der großen „Einen Welt“ korrigiert werden können.

13. Qualitätssicherung

Die Qualität der laufenden Arbeit orientiert sich an den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften und deren Auftrag (KJHG, BayKiBiG, AVBayKiBiG, BSHG, etc.).

Träger und Mitarbeiterteam befassen sich mit Strategien des Qualitätsmanagements. Ein erfolgreiches Sozialmarketing strebt die grundsätzliche Zufriedenheit der „Abnehmer“ (Kinder, Eltern, Mitarbeiter) an. Es versteht das Kinderhaus Katharina von Bora als Dienstleistungsunternehmen.

Bedarfsanalysen, die Ausrichtung des Angebots auf die Bedürfnisse der „Abnehmer“, klare Kommunikationsstrukturen (Einbeziehen, Beteiligung und Mitsprache von Kindern, Eltern, Mitarbeitern) versprechen dabei ein Mehr an öffentlicher Akzeptanz, Unterstützung und Anerkennung.

Weitere qualitätssichernde Elemente sind:

  • Regelmäßige Situationsanalyse
  • Planung und Dokumentation der pädagogischen Arbeit
  • Leistungsbeschreibung
  • Kinderbefragung, Kinderkonferenzen
  • Kind- und Gruppenbeobachtung
  • Teamsitzung, Fallgespräche
  • Supervision, Fort- und Weiterbildung
  • Fachberatung des ev. KiTa-Landesverbandes Bayern e.V.
  • Strukturierte Personalauswahl
  • jährliche Mitarbeitergespräche
  • Elternbefragung
  • kontinuierliche Weiterentwicklung des Konzeptes

14. Impressum

Redaktion:

pädagogisches Team

Sabrina Reuther

Pfr. Dr. Gereon Sedlmayr

Dr. Ottfried Zierenberg

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